Produktneuheit
Neues Office soll Microsofts Marktmacht zementieren

Wer eine Microsoft Office-Version für das iPad erwartet hatte, wurde enttäuscht. Doch generell ist die neueste Version des Office-Pakets für Tablets optimiert und arbeitet nahtlos mit Cloud-Diensten zusammen.
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San Francisco„Das ist der ambitionierteste Office-Launch in der Geschichte Microsofts“. CEO Steve Ballmer ließ es sich nicht nehmen, persönlich das neue Office vorzustellen - nach seinen Worten das „Flaggschiff-Produkt“ Microsofts. Dazu gehören Anwendungen wie Word, Powerpoint und Outlook.

Die Business-Sparte, zu der Office als wichtigstes Produkt zählt, hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahrs rund 17,7 Milliarden Dollar umgesetzt und ein operatives Ergebnis von 11,6 Milliarden Dollar eingefahren. Damit ist sie größer und ertragreicher als die Windows-Sparte mit 14,2 Milliarden Dollar Umsatz und 9 Milliarden Dollar Betriebsergebnis.

Doch die Cash-Cow ist in aktueller Gefahr: Während der traditionelle Büro-Markt fest in der Hand von Office ist, ändert sich dies dramatisch in der mobilen Welt. Weder auf Android- noch auf Apple-Tablets, die zusammen über 90 Prozent des Marktes beherrschen, ist Microsoft-Office bislang verfügbar. Spätestens 2013 werden nach Meinung von Marktforschern mehr Tablets als Laptops verkauft werden. Windows ist noch nicht vertreten.

Erst zum Weihnachtsgeschäft startet Ballmer die schwierige Aufholjagd. Die Home- und Studenten-Versionen von Office 2013 werden auf allen neuen Windows-8-RT-Tablets vorinstalliert sein, so Ballmer. Käufer von Tablets oder PCs mit Intel-Infrastruktur müssen wie bisher eine Version der Software oder ein Update kaufen.

Das neue Office wirft die überfrachtete Oberfläche des Vorgängers über Bord. Alles soll einfacher, intuitiver und vor allem auf die Bedienung über einen Touchscreen zugeschnitten werden. Daneben werden auch alle anderen Eingabeformen wie Stift, digitale Handschrift oder Maus und Tastatur unterstützt.

Axel Oppermann, Analyst bei der Experton-Gruppe in Kassel, zeigte sich leicht enttäuscht: „Ich hatte Office für iPad und andere Plattformen erwartet. Hier hat Microsoft eine große Chance vertan.“ Als größten Hemmschuh für das neue Office 2013 sieht der Analyst die „Gut-Genug-Haltung“ vieler Kunden. Die verfügbaren preisgünstigen oder freien Alternativen wie Google Apps reichen vielen heute einfach aus.“

Office wird laut Ballmer offline auf einem Gerät nutzbar sein, aber auch komplett als Cloud-Service. In der Standard-Einstellung werden Dokumente und Einstellungen im Internet, in der Cloud, auf Microsofts eigenem Speicherdienst Skydrive gespeichert und können weltweit auf PC, Tablet oder Windows-Phone-Smartphones geöffnet und bearbeitet werden.

Einen großen Raum nehmen Soziale Netzwerk-Funktionen ein, der für 8,5 Milliarden Dollar übernommene Telefon-Dienst Skype wird in Office integriert werden, ebenso wie die jüngste Akquisition Yammer, eine Art Facebook für Unternehmen, die erst im Juni für 1,2 Milliarden Dollar geschluckt wurde.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Produktneuheit: Neues Office soll Microsofts Marktmacht zementieren"

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  • Das wäre es tatsächlich. Aber Microsoft hat sich dazu noch ausgeschwiegen. Ende 2012/Anfang 2013 sagt die Gerüchteküche.

  • Wäre schön, wenn auch so eine grundlegende Information, wie ein Erscheinungsdatum, erwähnt werden würde...!?

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