Programm für Entwicklungsländer
Microsoft gibt Software für drei Dollar ab

Bill Gates hat ein Herz für die Dritte Welt. Sein Microsoft will daher ein Software-Paket auf den Markt bringen, das nur drei Dollar kosten soll. Es besteht aus der Windows XP Starter Edition, einer ebenfalls abgespeckten Variante der Büro-Software Office und einem E-Mail-Programm. Frei kaufen kann man das Angebot allerdings nicht.

ruk MÜNCHEN. Die Einführung des Software-Pakets hat Gates nach Berichten in US-Medien auf einer Konferenz in Peking verkündet. Das Angebot ist nicht für den freien Handel bestimmt, sondern soll in erster Linie an Regierungen und Verwaltungsstellen von Entwicklungsländern für deren Förderprogramme abgeben werden.

Damit ist dieses Produkt auf der Software-Seite mit den Hardware-Bemühungen vergleichbar, bei denen preiswerte Laptops – sie sollen etwa 100 Dollar kosten – für Kinder in Ländern wie Indien oder Afrika abgegeben werden. Dass in diesen Projekten vorwiegend Linux zum Einsatz kommen soll, dürfte eines der Motive für den Schritt von Gates sein.

Microsoft schätzt, dass heute etwa eine Milliarde Menschen auf der Welt einen Zugang zu Computern haben. Das Ziel ist es nun, bis zum Jahre 2015 einer weiteren Milliarde diese Chance zu bieten. Trainingszentren von Microsoft gibt es derzeit in 139 Ländern und in 24 Sprachen mit etwa zwei Millionen Usern. Als zusätzliche Maßnahme zur Weiterverbreitung will Microsoft die Anzahl dieser Innovationszentren auf 200 erhöhen.

Natürlich steckt hinter diesem Vorhaben, einen Fuß in die Entwicklungsländer zu bekommen und von deren Aufschwung zu profitieren. Dabei gilt die Devise: Wer sich als Kind an ein Produkt gewöhnt hat, kauft es dann auch als Erwachsener. Für Microsoft besonders interessant sind die Schwellenländer China, Indien und Brasilien.

Dass der Marktführer unter den Softwarehäusern genügend Geld für solche Projekte in der Kasse hat, ist hinreichend bekannt. Industriepolitisch bedeutet dies einen starken Wechsel in der Strategie von Microsoft. Betonte man in Redmond bisher stark das Problem der Software-Piraterie in diesen Ländern, so muss man doch einräumen, dass für eine sehr große Anzahl von Menschen auf der Welt diese Produkte zu herkömmlichen Marktpreisen einfach zu teuer sind.

Der Wert der erwähnten Magerversion liegt bei etwa 150 Dollar. In Thailand und Malaysia gab es bereits ein Programm mit Preisen um etwa 30 Dollar. Doch das scheint immer noch zu teuer.

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