Programm visualisiert Zusammenhänge
Datenbanksoftware verschafft Überblick

Wenn Unternehmen in Datenbanken recherchieren, dann sind sie nicht immer nur an Detailinformation interessiert, manchmal wollen sich Entwickler oder Marketingleute einfach nur einen Überblick über den Markt oder die Aktivitäten der Konkurrenz verschaffen. Das war bislang recht schwierig und arbeitsaufwendig.

hsn DÜSSELDORF. Wenn eine Vorrecherche zu einem Produkt mehrere Hundert oder gar Tausend Treffer brachte, musste jedes einzelne Ergebnisse gesichtet und bewertet werden. Mit einer neuen Softwaretechnik, die der Online-Dienst für wissenschaftlich-technische Information, STN International, entwickelt hat, soll dies künftig leichter werden.

Das Softwaresystem „STN Anavist“ analysiert je nach Wunsch aus dem Ergebnis einer Datenbank-Recherche die Aufteilung des Marktes, die Akteure, die Patentverteilung, die eingesetzten Technologien oder die Trends in der Forschung. Das Ergebnis wird in Bildern und Diagrammen visualisiert.

Basis der Analyse ist der Datensatz einer zuvor durchgeführten Recherche in Online-Datenbanken – also bereits stark selektierte Informationen zu einem bestimmten Interessensgebiet. Dies könnten zum Beispiel alle Patentschriften sein, die zwischen Januar 2000 und August 2005 zum Thema Oberflächenbeschichtung mit Hilfe von Nanotechnologie in den ausgewerteten Datenbanken aufgezeichnet wurden. Mit Hilfe der Software könnten Unternehmen dann sehen, welche Wettbewerber sich auf diesem Gebiet bereits engagieren und welche Erfolge sie erzielt haben.

„Eine solche Fragestellung konnte bisher nur durch aufwendiges Sichten der Daten beantwortet werden“, sagt Ursula Georgy, Dekanin des Fachbereichs Informationswissenschaft an der Fachhochschule Köln, die die Software getestet hat. Die Software durchleuchtet die Dokumente mit Hilfe intelligenter Vektor-Algorithmen, bündelt vergleichbare Informationen und stellt das Analyseergebnis in Form von interaktiven Histogrammen dar. Diese erscheinen auf dem Bildschirm nebeneinander liegend als Tabellen, Grafiken und als topologisches Bild (Research Landscape).

Durch einfaches Markieren lassen sich Untermengen des Analyse-Ergebnisses als neuen Ausgangsdatensatz für die weitere Analyse bilden. In einem Analyselauf durchleuchtet die Software bis zu 20 000 Datenbankdokumente. Per Mausklick kann der Rechercheur bis zu neun verschiedene Parameter – beispielsweise Patentinhaber, Erfinder, Patentklassen – beliebig gegeneinander abbilden.

„Die interaktive Visualisierung ist ein Trend, den auch andere Datenbankanbieter verfolgen“, sagt Georgy. STN sei hier allerdings Vorreiter. Die Analysesoftware kann derzeit auf einen Bestand von insgesamt etwa 29 Millionen Datenbankdokumenten mit Patent-, Chemie und Technologieinformationen zugreifen. Weitere Datenbanken sollen folgen.

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