Projekt der Uni Würzburg
Teergrube als Spam-Falle

Als Teergrube bezeichnen Wissenschaftler einen spezielle konfigurierten Server, der Spam-Emails anziehen und die Postfächer entlasten soll. Im Dezember 2004 wurde an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg eine solcher Rechner in Betrieb genommen.

hiz DÜSSELDORF. Wie Initiator Dr. Roland Völker erklärt, gaukelt der "Teergrubenrechner" einen schlecht gewarteten E-Mail-Backupserver vor. Solche Server werden erfahrungsgemäß von Spammern gerne als Ziel ausersehen, weil sie glauben, hier ihren Werbemüll leichter loswerden zu können.

Sendet ein Spammer eine E-Mail an die Teergrube, dann wird die Verbindung so lange wie möglich offen gehalten, ohne dabei die E-Mail anzunehmen. Das bindet die Ressourcen des Spammers. Während er festgehalten wird, kann er über die Absendermaschine keine weiteren Werbemails verschicken. "Häufig unternimmt ein Spammer nach einer erfolglosen Verbindung zur Teergrube keine weiteren Versuche an den offiziellen Eingangsservern", erklärt Völker. Dadurch wird die Belastung der offiziellen Mail-Eingangsrechner reduziert.

Außerdem liefert die Analyse der einlaufenden Daten wertvolle Informationen über die Internet-Rechner, die von den Spammern verwendet werden. Das trägt dazu bei, so die Initiatoren, die Effizienz der Spam-Abwehr zu steigern.

Der Kampf gegen Spam-Mails ist auch an der Universität ein stetiger Wettlauf mit der Zeit. Jede Aktion provoziert Gegenmaßnahmen der Spammer. In diesem permanenten Hase-und-Igel-Spiel ist beständiges "Tuning" erforderlich. Eine der Maßnahmen ist eben der als Teergrube bezeichnete Rechner. Ursprünglich war das System als kleine "Bosheit" geplant, um die Spammer zu ärgern. Doch heute leistet sie, so Roland Völker, einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssteigerung des E-Mail-Dienstes. Durch ihren Einsatz wurde der Spam-Anteil auf 10 bis 20 Prozent des Gesamt-Email-Aufkommens gesenkt.

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