Projekt mit Microsoft
Maßgeschneidertes Fernsehen

Das Neue ist die Symbiose aus Fernsehen und Internet: Der Kanal N-TV plus bietet im Gegensatz zum herkömmlichen Programm des Informationssenders synchron zahlreiche Zusatzinformationen wie Hintergrundartikel und Börsenkurse. Interessant wird das interaktive Fernsehen vor allem für Anleger.

KÖLN. N-TV-Chef Johannes Züll steht vor einem großen Flachbildschirm im Erdgeschoss seines nüchternen Firmensitzes im Kölner Stadtteil Ossendorf. Flink tippt er auf der hellgrauen Fernsehbedienung umher. In Sekundenschnelle hatte er im rechten Fenster des Fernsehbildschirms seine E-Mail-Adresse „johannes.zuell@n-tv.de“ eingegeben und kann eine Blitzmeldung aus dem laufenden Fernsehprogramm an seinen Blackberry und Bürocomputer schicken.

Die Augen des ansonsten nüchtern Sanierers, der seit 2003 an der Spitze von N-TV steht, leuchten. „Der Kampf zwischen Arbeiszimmer und Wohnzimmer ist entschieden. Das Wohnzimmer gewinnt“, ist sich der frühere Unternehmensberater aus Nürnberg sicher. Sein auf der Computermesse Cebit vorgestelltes interaktives Fernsehen sei der Beweis dafür.

Die Technik wurde zusammen mit dem Softwarekonzern Microsoft entwickelt: Das neue Windows-Vista mit seinem Media Center macht das Kombiangebot überhaupt erst möglich. „Nach dem Start im Januar haben wir bereits 2 000 Nutzer täglich. Spätestens in der zweiten Jahreshälfte wollen wir die Experimentierphase verlassen“, sagt Züll.

N-TV plus bietet im Gegensatz zum herkömmlichen Programm des Informationsankanals für Wirtschaftsinteressierte und Anleger synchron zahlreiche Zusatzinformationen. So sind Hintergrundartikel, Börsenkurse oder Videoclips zu aktuellen Ereignissen zusätzlich abrufbar. Alle Texte können auch E-Mail weiter geschickt werden. Und natürlich sind auch Votings möglich. Mit dem Abstimmen der Zuschauer über politische Tagesfragen verdienen N-TV und seine Konkurrenten wie N 24 derzeit schon gutes Geld.

Interessant wird das interaktive Fernsehen vor allem für Anleger. Denn sie können ihr persönliches interaktives Fernsehen kreieren. So können der Börsenticker, Aktienindizes und Nachrichten auf die persönliche Bedürfnisse per Fernbedienung zugeschnitten werden. Auch für die Büronutzung ist N-TV plus interessant. So können beispielsweise über das Laufband die Börsenkursen der wichtigsten Player aus der Branche beobachtet werden.

Das individualisierte TV hat vor allem für die Werbeindustrie jede Menge Vorteile. „Auch für Finanzdienstleister, egal ob Banken oder Versicherungen, eröffnen sich attraktive Werbemöglichkeiten“, glaubt Fernsehmanager Züll. Noch der mehrfach geteilte Bildschirm des interaktiven Fernsehens namens N-TV plus ist noch werbefrei. Doch hinter den Kulissen wird schon fleißig daran gearbeitet, wie das interaktive Fernsehen vermarktet werden kann.

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