Prozesse
Ausgang im Marburger Sex-Video-Prozess offen

Der Ausgang im Marburger Prozess um die Internet- Veröffentlichung eines privaten Sex-Videos ist weiter offen: Nach zahlreichen Anträgen der Verteidigung, die weitere Zeugen und Sachverständige hören möchte, vertagte das Amtsgericht am Donnerstag Plädoyers und Urteil.

dpa MARBURG. Der Ausgang im Marburger Prozess um die Internet- Veröffentlichung eines privaten Sex-Videos ist weiter offen: Nach zahlreichen Anträgen der Verteidigung, die weitere Zeugen und Sachverständige hören möchte, vertagte das Amtsgericht am Donnerstag Plädoyers und Urteil.

Ein 39-Jähriger steht vor Gericht, weil er heimlich intime Aufnahmen von seiner Ex-Freundin in einer Internet- Tauschbörse zur Verfügung gestellt haben soll - versehen mit dem vollen Namen der Frau, ihrer Adresse und Telefonnummer. Das Verfahren wird frühestens im Januar fortgesetzt.

Der Angeklagte soll zudem 26 Bilder einer Pornodarstellerin, die seiner früheren Partnerin ähnlich sieht, im Netz verbreitet haben - unterlegt mit Beschimpfungen, verfremdet nur durch einen schwarzen Balken über den Augen. Die zwischen September 2003 und Mai 2004 entstandenen Dateien sind laut Staatsanwaltschaft „bis heute weltweit ohne Alterskontrolle zugänglich“. Als die 43-Jährige Anrufe und Mails fremder Männer erhielt, wurde sie auf die Pornobilder aufmerksam; Klassenkameraden hatten zudem ihre Tochter darauf angesprochen.

Die Anklage wirft dem Mann Verletzung der Rechte am eigenen Bild, Verbreiten pornografischer Schriften und Beleidigung vor. Das Opfer, das als Nebenklägerin auftritt, fordert ein Schmerzensgeld von mindestens 200 000 Euro. Der 39-Jährige hatte die Vorwürfe beim Prozessauftakt am Dienstag bestritten. Die Aufnahmen, die das ehemalige Paar beim Oralsex zeigen, seien nicht heimlich, sondern in beiderseitigem Einverständnis entstanden. Wie sie ins Netz kamen, wisse er nicht.

Nach der Auswertung der beiden Computer des Angeklagten besteht jedoch für einen EDV-Sachverständigen kein Zweifel daran, dass der 39-Jährige den Film selbst ins Internet gestellt hat. Auch die Bilder der Pornodarstellerin habe der Angeklagte auf seinem Rechner verfremdet und mit Beleidigungen und persönlichen Daten der Frau unterlegt, erklärte der Gutachter am Donnerstag vor Gericht.

Es gebe keinen Hinweis darauf, dass ein Hacker oder ein Virus die Dateien verändert haben könnte, sagte der Sachverständige. Der Angeklagte hatte ausgesagt, er habe alle Daten auf seiner Festplatte wegen eines Virus gelöscht.

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