Push-to-Talk als Ergänzung zu SMS
Handy wird zum Walkie-Talkie

Die gemeine SMS ist aus dem Alltag der meisten Handynutzer nicht mehr wegzudenken. Doch die Technik ist eigentlich von gestern. Eine Sprachanwendung soll die mobile Kommunikation nun ein weiteres Mal verändern.

HB HAMBURG. Die Funktion Push- to-Talk, kurz PTT, verwandelt das Handy auf Wunsch in einen Walkie-Talkie. Ein Tastendruck reicht aus, um mit einer Person oder auch mehreren Gesprächspartnern in einer Gruppe im Gespräch zu sein - ohne die Mobilfunk-Tarife zu zahlen. Beim bisher einzigen deutschen Anbieter, T-Mobile, beispielsweise kostet der Dienst von August an einen Euro pro Nutzungstag oder eine monatliche Gebühr von 18 ?. Bis dahin ist er zur Einführung noch kostenlos.

Push-to-Talk läuft dank der Multimedia-Standards GPRS und UMTS. Denn sowohl der "General Packet Radio Service" als auch das "Universal Mobile Telecommunication System" halten permanent die Verbindung ins Internet - und darüber zu anderen Gesprächspartnern. Allerdings erinnert ein PTT-Gespräch aber an die Zeiten, in denen Walkie-Talkies einige Disziplin erforderten: Es kann immer nur ein Gesprächsteilnehmer reden. Dafür fällt die Ortseinschränkung der Walkie-Talkies weg: Wer beispielsweise in Berlin ist, kann problemlos mit einem Gesprächspartner in München reden.

"PTT dient als Ergänzung zwischen SMS und Gesprächsanruf", sagt Alexander Kluge, Redakteur bei der Telekommunikationszeitschrift "connect". Der Vorteil sei, dass man mehrere Leute auf einmal ansprechen könne. Allerdings sei PTT kein wirklicher Ersatz für ein längeres Gespräch und werde auch nie den Erfolg der SMS erreichen.

Die Zielgruppen sind vielfältig. Da PTT in der Regel günstiger ist als mehrere SMS hin- und herzusenden oder miteinander regulär zu telefonieren, könnte PTT gerade für junge Handynutzer interessant sein. Auch im Job seien viele Menschen auf schnelle Kommunikation angewiesen.

Die meisten Mobilfunkanbieter in Deutschland zögern aber noch. Vodafone hält Push-to Talk zwar für eine "interessante Technologie", bislang sei aber noch keine Entscheidung gefallen. Bei E-Plus ist der Dienst derzeit nicht geplant und O2 will ihn voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte anbieten. Die Mobilfunkanbieter stört vor allem, dass sich die großen Handyhersteller bislang nicht auf einen einheitlichen Übertragungsstandard geeinigt haben. Die Branche rechnet noch im März mit einer Einigung. Erst dann wird es möglich sein, Push-to-Talk auch zwischen Handys unterschiedlicher Marken zu nutzen. Außerdem sind in Deutschland nur wenige PTT-taugliche Geräte verfügbar.

Dabei stellte das Marktforschungsunternehmen IDC fest, dass der Austausch zwischen den einzelnen Mobilfunknetzen ein entscheidender Erfolgsfaktor für PTT ist: "Endverbraucher wollen die Möglichkeit haben, entsprechende Endgeräte in jedem Netz zu nutzen, ohne sich Gedanken darüber zu machen, ob das eine mit dem anderen funktioniert."

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