Quo vadis, Cebit?
Anachronismus mit Zukunft

Hans Schmidt-Heinrich hat den Überblick: Der Messechef von IBM ist seit 23 Jahren auf der Cebit dabei. Als Insider kennt kaum einer die Messe so gut wie er - und seine Begründungen, warum die Cebit auch weiterhin wichtig bleibt, sind alles andere als virtuell.

HANNOVER. Hier oben steht er am liebsten - drei Meter über den Dingen, auf einer Brücke, die sich in sanften Kurven von einem zum anderen Ende des Stands auf der Technologiemesse Cebit schlängelt. Hier oben hat er den besten Blick - auf die Menschen und die Produkte unter ihm.

Was er sieht, gefällt ihm: Die meisten Besucher tummeln sich in der Mitte des Stands. Dort, wo die mannsgroßen grauen Schränke mit den durchsichtigen Wänden stehen, Großrechner des US-Konzerns IBM. Innen blinkt und leuchtet es. "Wie im Cockpit eines Flugzeugs", sagt der Mann auf seiner Kommandobrücke mit einem zufriedenen Lächeln. "Es ist wie jedes Jahr: Die Hardware zieht die Leute an. Sie wollen eine Großmaschine erleben."

Hans Schmidt-Heinrich ist IBM-Messechef. Auch für die Cebit 2007 hat er die Produkte ausgewählt, angeordnet und in Szene gesetzt - wie seit mehr als 15 Jahren. Er kennt die Cebit aber schon viel länger, noch aus Zeiten, als die Technologieausstellung Teil der Industriemesse Hannover war, und Schmidt als Projektleiter für den US-Konzern arbeitete - der 57-Jährige gehört zum Urgestein der Cebit.

Er hat sie erlebt, die Anfangsjahre, als Computer die Welt eroberten und die Welt nach Hannover kam, den Höhepunkt im Jahr 2001, als mehr als 800 000 Menschen auf die Cebit strömten, den Niedergang nach dem Platzen der Internetblase und die Versuche der Messeleitung, den Abwärtstrend zu stoppen. "Papa Schmidt" nennen sie ihn bei IBM, die Manager, Techniker und zahlreichen Standhelfer bei der Messe.

Kann einer wie er, ein Veteran mit 23 Cebit-Jahren, hier noch etwas finden, das ihn begeistert? Etwas Visionäres, Zukunftsträchtiges? Kann einer wie er eine überzeugende Begründung liefern, warum es diese Megaveranstaltung noch geben muss - in Zeiten, in denen die Unternehmen die Vorstellung neuer Produkte schon lange nicht mehr an den Messekalender anpassen?

Seite 1:

Anachronismus mit Zukunft

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%