Rache für Wikileaks
Anonymous will Firmen mit Faxen fluten

In ihrem Kampf für Wikileaks hat die Gruppe Anonymous die Strategie geändert: Die Sympathisanten wollen Unternehmen, die die Geschäftsbeziehungen zu Wikileaks abgebrochen haben, mit Faxen fluten. Ihr Ziel: eine möglichst große Verbreitung der US-Depeschen. Im Netz wächst die Unterstützung für ihr Projekt.
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DÜSSELDORF. "Leakflood" haben die Aktivisten die jüngste Protestaktion gegen Amazon, Mastercard, Paypal und Visa genannt - und setzen dabei auf eine fast vergessene Technologie: das Fax. In einschlägigen Foren und IRC-Chatrooms kursiert ein Aufruf, in dem auch die angeblichen Faxnummern der CEOs der Unternehmen verbreitet werden.

"Der Feind passt sich an unsere Strategie an, Gentlemen, aber sie sind eine schwerfällige Bürokratie. Wir können uns schneller anpassen. Wir sind Anonymous", heißt in dem Aufruf in der gewohnt martialischen Sprache der überwiegend Jugendlichen, die sie selbst als Hacktivsten - eine Mischung aus Hacker und Aktivisten - nennen.

Anleitung zum "Hacktivismus"

"Wir müssen die Konzerne daran erinnern, dass die Wahrheit nicht unterdrückt werden kann", schreiben sie an ihre Mitstreiter. Der Weg dazu: An die Faxnummern verschiedener Unternehmen, die ihre Geschäftsbeziehungen mit Wikileaks abgebrochen haben, sollen ab 14 Uhr deutscher Zeit bis in die Morgenstunden massenhaft Protest-Faxe verschickt werden. Dazu verbreiten die Aktivisten derzeit die Faxnummern der Unternehmenszentralen, der Rechtsabteilungen und der Unternehmens-Chefs von Amazon, Mastercard, Visa und Paypal.

Die Konzernzentralen wollen die Hacktivisten per Fax mit Wikileaks-Logos und Masken von Guy Fawkes, dem aus dem Film "V wie Vendetta" entlehnten Erkennungszeichen der Anonymous-Aktivisten überfluten. Dazu kursieren Anleitungen, die auf Websites hinweisen, auf denen die Aktivisten kostenlose Faxe verschicken zu können. Um die Limitierung der maximalen Fax-Anzahl zu umgehen, werden die Mitglieder von Anonymous dazu aufgerufen, Wegwerf-E-Mail-Adressen zu nutzen. Damit die Aktionen nicht zurückverfolgt werden können, nutzen die Aktivisten Proxys. Ein Proxy wird zwischen Website und PC geschaltet, um die eigentliche IP-Adresse des Nutzers zu verschleiern.

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