Leit-Artikel „Zombi U“: Ein Biss, und du bist tot!

Leit-Artikel „Zombi U“
Ein Biss, und du bist tot!

Was ist nur aus der Wii geworden? Die Konsole war bekannt für familienfreundliche Spiele. Das Nachfolgemodell Wii U wird dagegen im Spiel „Zombi U“ von Untoten bevölkert. Kann das funktionieren? Ein Spielbericht.
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Leichen verwesen in den Straßen von London. Die haben es wenigstens hinter sich. Noch fieser sind die lebenden Toten. Zombies. Seit der großen Epidemie schleichen sie um die Häuser. Sie machen Jagd auf die Überlebenden. Es gibt nur wenige Überlebende. Ich bin einer davon. Aber wahrscheinlich nicht mehr lange.

Klingt schaurig? Ist es auch. Aber zum Glück nur im Spiel. „Zombi U“ ist eines der ersten Spiele für die WiiU, die neue Heimkonsole von Nintendo. Der Spieler muss sich darin mit Horden von vermindert Lebenden herumschlagen. Dass das keine ganz einfache Mission wird, ist schnell klar. Zur Begrüßung steht auf dem Bildschirm: „Wie lange wirst du überleben?“

Das Genre der Zombie-Spiele ist nicht gerade spärlich bestückt. Und doch ist der Titel von Ubisoft nicht ganz gewöhnlich. Die Erwartungen daran sind hoch. „Zombi U“ soll zeigen, was die neue Konsole – seit November im Handel – alles kann. Dass ein Horror-Schocker zu den Starttiteln der Wii U zählt, verrät zugleich viel über die neue Strategie. War die Welt von Nintendo bisher eher als kindgerecht und familienfreundlich bekannt, will man nun auch andere Käufer ansprechen – die harten Zocker.

Die Story: Bereits im 16. Jahrhundert hat John Dee, Astronom und Vertrauter von Elizabeth I., eine große Seuche in London vorhergesagt. Datum des Ausbruchs: das Jahr 2012. Die Prophezeiung bewahrheitet sich. Die Seuche bricht aus und verwandelt Menschen in Zombies. Nur wenige sind nicht infiziert. Ein Kampf ums Überleben beginnt. Es gibt nur eine Rettung.

An Minderjährige darf „Zombi U“ nicht verkauft werden. Und das ist auch besser so. Ich merke schnell, dass man nicht zimperlich sein darf. Sonst wird das mit dem Überleben nichts. Mit einem Kricketschläger bewaffnet muss ich auf die Zombies eindreschen. Der erste Schlag spaltet die Schädeldecke. Blut spritzt. Zweiter Schlag. Noch mehr Blut. Nach dem dritten Schlag ist der Kopf ab. Zugegeben, es hört sich abartig an. Nichtsdestotrotz ist „Zombi U“ kein Gewalt-Porno. Die Brutalität wird nicht sonderlich realistisch, sondern comichaft überzeichnet dargestellt. Alles andere wäre auch nicht zu ertragen.

Zumal nicht die Gewalt das zentrale Element ist, sondern: Angst. Das Spiel ist zu jeder Zeit düster. Der Schein meiner Taschenlampe reicht nur wenige Meter. Ich darf sie nicht zu häufig einschalten. Der Lichtschein lockt die Untoten an. Stöhnend und röchelnd stolpern sie hinter mir her. Oder sie lauern in einer dunklen Ecke – und schlagen unvermittelt zu.

Die Schauplätze sind mit Liebe zum Detail konstruiert. Es geht durch dunkle Gassen, in die U-Bahn, später dann in den Buckingham Palace und den Tower of London. Die Musik trägt ihren Teil zur beklemmenden Atmosphäre bei. Und dann gibt es noch etwas, was es so nur auf der Wii U gibt.

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