Reaktion auf wachsende Konkurrenz
Microsoft krempelt Geschäft um

Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft will seine Unternehmensstruktur grundlegend umbauen und drei neue Geschäftsbereiche formen.

HB REDMOND. Jede einzelne der drei neuen Sparten werde von einem eigenen President geführt. Bislang war das Microsoft-Geschäft in sieben Sparten organisiert. Künftig werde Microsoft in die Sparten „Products & Services“, verantwortlich für das Betriebssystem Windows, „Business Divison“ (Büro- und Unternehmenssoftware) und „Entertainment“ aufgeteilt. Grund für die Umstrukturierung sei die wachsende Konkurrenz von Internetunternehmen wie Google oder der zunehmende Erfolg des Linux-Betriebssystems.

Mit der neuen Konzernstruktur will Microsoft künftig flexibler und schneller auf Markttrends reagieren. Zudem könne Microsoft mit der neuen Struktur besser auf Kundenwünsche reagieren, sagte Konzern-Chef Steve Ballmer. Der Softwareriese will seinen Marktanteil zum Beispiel im Bereich Spiele-Software oder Internet-Suchmaschinen ausbauen, um weiter zu wachsen. Experten sehen in dem Schritt aber auch den Versuch, das Abwandern wichtiger Entscheidungsträger und Programmiertalente bei Microsoft einzudämmen.

Wie das Unternehmen weiter mitteilte, ist in Folge der Umstrukturierung noch keine Änderung der Finanzberichterstattung beschlossen. Bislang hatte Microsoft separate Umsatz- und Ergebniszahlen für die sieben Produktsegmente ausgewiesen. Die Aufteilung in sieben Segmente besteht seit dem Jahr 2002. Microsoft wird früheren Angaben zufolge am 27. Oktober die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2005/06 vorlegen.

Mit der Umstrukturierung wird Analysten zufolge vor allem der Bereich Entertainment aufgewertet. Zentrales Produkt dieser Sparte ist die Spielekonsole Xbox. Der Chefentwickler der Xbox, Robbie Bach, soll die Sparte künftig als President führen.

Der Geschäftsbereich „Products & Services“ wird künftig unter anderem für das Windows-Betriebssystem verantwortlich sein. Für die Sparte werden den Angaben zufolge Kevin Johnson und Jim Allchin verantwortlich sein. Wie das Unternehmen weiter mitteilte, werde Allchin, einer der Chefentwickler des Windows-Betriebssystems, Ende nächsten Jahres in den Ruhestand gehen. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die neue Windows-Version „Vista“ planmäßig auf den Markt gebracht werde.

Für die Leitung der Sparte „Business Division“, in den unter anderem das Geschäft mit Bürosoftware eingegliedert wird, ist Jeff Raikes vorgesehen. Der bisher für das Produktsegment Server and Tools verantwortliche Eric Rudder werde eine “strategische Rolle in der Entwicklung und Technologie“ einnehmen und direkt für Microsoft-Gründer und Software-Architekt Bill Gates arbeiten. Er soll das Amt noch in diesem Jahr übernehmen.

Der Bedeutung von Unterhaltungssoftware wird mit der neuen Sparte „Entertainment & Devices“ Rechnung getragen. Darin werden die Unterhaltungs-Aktivitäten - wie etwa die Spielekonsole „Xbox“ - gebündelt. Der Bereich wird von Robbie Bach geleitet. Analysten sehen in der Umstrukturierung eine Aufwertung für den Bereich Entertainment.

Michael Gartenberg, Analyst beim Marktforschungsunternehmen Jupiter Research, sagte jedoch, es sei jetzt noch zu früh, um die Auswirkungen der Umstrukturierung auf die gesamte Strategie von Microsoft beurteilen zu können. „Wir kennen nun die Spieler. Nun müssen wir herausfinden, welchen Spielplan sie verfolgen.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%