Reaktionen aus dem Netz
„Ich hoffe, dass Apple bald mal fällig ist“

In den Blogs und Foren ist die Freude über das EU-Urteil gegen Microsoft vielfach groß. Einige sähen ein ähnliches Urteil am liebsten auch bei anderen Unternehmen angewendet. Aber es gibt auch andere Meinungen, die die Schuld für die monopolähnlichen Strukturen im Softwaremarkt bei den Kunden sehen.

» Mary Jo Foley von ZD-Net schrieb bereits vor der Urteilsverkündung, dass die Entscheidung ihrer Meinung nach kaum Einfluss auf den Konzern und seine Kunden haben wird. „Microsoft verliert in der EU – aber wen interessiert's?“ pflichtet ihr » Dennis Howlett bei. Microsoft habe zwar nach wie vor eine monopolartige Stellung bei Desktopbetriebssystemen aber die schlechte Position Microsofts bei Internet-Anwendungen sei ein Beweis dafür, dass letztlich der Markt entscheide.

In deutschen Foren und Blogs überwiegt die Freude über das Urteil. „Ich muss zugeben, dass mich dieses Urteil mit gewisser Freude erfüllt“, schreibt beispielsweise » Sowhy. „So 'ne Woche, so wunderschön wie diese, so 'ne Woche, die dürfte nie vergeh'n“ schreibt ein Benutzer im Forum von » Heise Online angesichts drei Nachrichten in den vergangenen Tagen, die für viel Freude im Netz sorgten: Neben dem Microsoft-Urteil ist einerseits die Verurteilung des bekannten „Abmahn-Anwalts“ Günter Freiherr von Gravenreuth und die ebenfalls in dieser Woche vermeldete Pleite des Konzerns SCO gemeint. Der Unix-Anbieter klagte über Jahre hinweg wegen angeblicher Urheberrechtverletzungen an Unix gegen Distributoren des freien Betriebssystems Linux, ohne dass die Vorwürfe je bewiesen wurden.

Was die EU mit so viel Geld tun würde, wenn Microsoft tatsächlich einmal zahlen müsste, fragt sich » blog.hr-schmitz.de. „Eine Generallizenz für MS Office für alle EU-Bürger kaufen?“. Bis es so weit ist, könnte allerdings noch einige Zeit ins Land gehen, merkt ein Benutzer des Heise-Forums an: „Freut Euch nicht zu früh – jetzt wird Microsoft sicher erstmal in Berufung gehen und damit wieder jahrelang alles herauszögern. Ändern wird sich jedenfalls rein gar nichts“, schreibt » Rea List resigniert.

Aber auch kritische Stimmen zum Urteil selbst sind vereinzelt zu lesen. Ein Benutzer Namens » Ulriko sieht dafür keine Rechtsgrundlage und vergleicht die hier angewendete Praxis, den Media Player von Microsoft nicht mit Windows koppeln zu dürfen, mit Linux-Distributionen, bei denen auch zahlreiche Programme mitgeliefert würden. Im Falle „dieses EU-Verfahrens“ resümiert er, „scheint es mir aber eher eine Masche der EU zu sein, einem Unternehmen, das aufgrund einer quasi-monopolähnlichen Stellung in einem Bereich satte Gewinne einstreicht, einen Teil davon zum Wohle des Steuerzahlers wieder abzuluchsen. Das an sich ist okay, doch dass es sich um ein rechtlich sehr fragwürdiges Vorgehen handelt verheißt nichts Gutes, denn auch so werden Rechtssicherheit und Nachvollziehbarkeit juristischer Gedankengänge untergraben.“

„Einen Hersteller eines Betriebssystems zu bestrafen, weil er bei seinem System eine Abspielmöglichkeit für Video- und Audiodateien mitliefert, ist ziemlich lächerlich“, meint auch „mydrin“ im » Ubuntuforum. „Dann könnte man auch Apple verklagen, weil die bei Mac OS standardmäßig iTunes und Quicktime mitliefern.“ Das Problem im Falle Microsoft sei überhaupt nicht die Bündelung von Software, sondern die Tatsache, dass Microsoft über die Zeit sehr viele nicht offene Quasi-Standards geschaffen habe, die sich nur mit Microsoft-Software abspielen ließen. „Viel sinnvoller" als eine seiner Ansicht nach unnötige Geldstrafe wäre es demnach, „Microsoft dazu zu verdonnern, proprietäre Formate und Schnittstellen vom Betriebssystem und der hauseigenen Software zu entbündeln, weil hier die eigentliche Wettbewerbshemmung stattfindet.“ Wahrscheinlich mangele es in den entsprechenden Juristen-Kreisen aber an Fachwissen, mutmaßt er.

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