Rechenzentren
Ein Hochhaus für Computer

Bislang werden Rechenzentren nur in die Breite gebaut. Weil aber die Metropolen immer weniger Platz bieten, sind zwei Experten aus Stuttgart auf eine neue Idee gekommen: Sie bauen die Datenzentren einfach in die Höhe.

DüsseldorfWas kommt dabei heraus, wenn sich ein traditionsreicher Baukonzern wie die Bremer Zech Group und zwei erfahrene Projektplaner zusammentun? Richtig, ein „experienced Start-up“. So jedenfalls nennen die Gründer von ICT Facilities ihr Unternehmen. Stephan Lang und Holger Zultner waren beide schon länger für Unternehmen wie IBM, Imtech Deutschland oder M+W Germany in der IT-Projektplanung tätig, bis sie im vergangenen Jahr auf die Idee kamen, noch einmal mit einer eigenen Firma in Stuttgart durchzustarten. Und zwar mit einem Spezialanbieter für Rechenzentren. Und Kurt Zech, Chef des Bremer Baukonzerns, war von den beiden Gründern und ihren Ideen so angetan, dass er sie gleich in seinen Konzern holte.

Ins Tagesgeschäft mischen sich die Bremer nicht ein, stellen aber ihre Infrastruktur zur Verfügung, etwa in Sachen Finanzverwaltung. So kann sich das Start-up gleich auf seine Kernkompetenz konzentrieren und von der enormen Erfahrung aller Mitarbeiter profitieren. „Alle Mitarbeiter zusammen haben 200 Jahre Erfahrung mit Rechenzentren“, sagt Co-Gründer Zultner.

Nun klingt der Begriff Rechenzentren erst einmal alles andere als sexy. Doch wenn man in Betracht zieht, dass Firmen fast aller Wirtschaftsbereiche immer mehr Rechenleistung brauchen und das fast ausschließlich in den deutschen Metropolen und dass aber in den Städten immer weniger Platz ist für solche gigantische Datenfabriken, dann werden die Projekte des Unternehmens schon wesentlich spannender. Obendrein müssen die Planer solcher Datenzentren den hohen Strombedarf drosseln und die Klimatisierung vernünftig regeln. Denn so viel Rechenpower auf engem Raum produziert enorme Wärme – und die muss irgendwohin.

Die erfahrenen Gründer Lang und Zultner legen besonderen Wert auf die Feststellung, dass sie keine Bauingenieure sind. „Der Bau an sich ist das am wenigsten Interessante“, sagt Stephan Lang. Klassische Baufirmen würden die Komplexität eines Rechenzentrums gar nicht erkennen, sie würden das mehr wie ein Bürogebäude betrachten. Und das kollidiere oft mit den Vorstellungen der IT-Abteilungen.

Deshalb brauche es ein Planungsbüro wie ihres, sagen die Gründer. Das sei der Vorteil ihrer Firma, sie wüssten, worauf es bei Bau und Planung eines Rechenzentrums ankommt. „Ein normales Planungsbüro braucht sechs Monate, wir kriegen das in einem Monat hin“, sagt Holger Zultner.

Den ersten großen Auftrag haben die Start-up-Gründer gemeinsam mit der Zech Group auch schon eingefahren: In Offenbach entsteht auf 4.200 Quadratmetern Fläche das Rechenzentrum Main Cubes. In Frankfurt in 800 Metern Entfernung liegt der Internetknoten De-Cix, über den der meiste Datenverkehr läuft, und der als der leistungsfähigste der Welt gilt. ICT Facilities übernimmt für den Bauherrn Konzeption und Planung und sorgt als „Generalübernehmer“ für Konzept-, Entwurfs-, Detail- und Genehmigungsplanung für die Architektur sowie die Infrastrukturbereiche Mechanik, Elektro und Sicherheit. Anders als in Frankfurt, wo es bereits 19 Rechenzentren gibt, ist in Offenbach noch Platz.

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Beste Zukunftschancen für Rechenzentren

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