Redelegation gefordert
Irak fordert sein Land zurück – auch im Netz

Der Irak will wieder im Internet präsent sein – und zwar mit der eigenen Länderkennung ".iq". Die gehörte bislang einer Firma mit Sitz in Texas.

kup DÜSSELDORF. Medienberichten zufolge hat die irakische Kommunikations- und Medienkommission die Internet-Verwaltungsorganisation Icann (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) aufgefordert, die Zuständigkeit für ".iq" an die irakischen Behörden zurückzugeben. Bislang lag die Hoheit über die Internet-Domäne ".iq" in den Händen eines in Texas lebenden, offensichtlich arabischstämmigen Geschäftsmannes, der derzeit aber in einem US-Gefängnis einsitzt. Er soll unter anderem die Hamas unterstützt haben.

Um wieder über ".iq" verfügen zu können, hat die irakische Behörde eine sogenannte Redelegation von der Icann verlangt. Dies würde es den Irakern ermöglichen, Flagge in der internationalen Internetgemeinde zu zeigen, sagte der Vorsitzende der Kommission, Siyamend Othman, laut USA Today. Es wäre „ein symbolischer Meilenstein für diese Nation“. Der Zeitung zufolge will die Kommission gemeinsam mit den US-Besatzungsbehörden dafür sorgen, dass Adressen mit der Länderendung ".iq" wieder genutzt werden können. Die Icann mit Sitz in Kalifornien ist eine gemeinnützige Organisation, die die Nummern und Namen im Netz verwaltet.

Die Länderkennung ".iq" wurde 1997 von der Icann an die Firma Infocom im texanischen Richardson delegiert. Als Geschäftsführer fungierte Bayan Elashi. Er wurde im Dezember 2002 zusammen mit seinen drei Brüdern festgenommen. Die Elashi-Brüder sollen unter anderem gegen die Handelssanktionen gegen Syrien und Lybien verstoßen, Geld gewaschen und die radikale Palästinenser-Organisation Hamas unterstützt haben, lauteten die Vorwürfe der US-Justizbehörden.

Wie Icann bereits früher gegenüber Handelsblatt.com erklärt hatte, war es 1997 noch nicht üblich, dass ein Verwalter einer nationalen Internet-Adress-Endung von der jeweiligen Regierung legitimiert sein musste. Das Länderkürzel ".iq" sei niemals aktiv genutzt werden, hieß es bei Icann.

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