Regelmäßigen Programmkorrekturen zum Trotz
Kommentar: Warum die Viren den Patches trotzen

Regelmäßig stellt Microsoft Programmkorrekturen, so genannte Patches zur Verfügung. Die Antwort auf die Frage, warum zahlreiche Viren und Würmer weiter erfolgreich im Internet kursieren, ist vielschichtig.

Wieder einmal ist „Patchday“: Microsoft stellt die neusten Flicken für das Windows Betriebsystem zum Download zur Verfügung. Der Anwender muss nur im Internet Explorer die automatische Updateroutine starten und nach einigen Klicks – gefolgt vom obligatorischen Neustart – sind einige Sicherheitslücken geschlossen.

Die Antwort auf die Frage, warum zahlreiche Viren und Würmer weiter erfolgreich im Internet kursieren, obwohl die Schwachstellen, die sie ausnutzen, schon seit Monaten geschlossen sind, ist vielschichtig. Seit April ist der Patch für das Sicherheitsloch, das Sober, Blaster und Co. ausnutzen, auf der Microsoft-Homepage zu finden. Es wäre jedoch zu einfach, mit dem Finger auf die Anwender zu zeigen, die ihr System noch nicht mit diesen Patches geschützt haben.

Was für den normalen Anwender, der über DSL mit dem Internet verbunden ist, noch einfach ist, gestaltet sich für den Modembesitzer eher schwierig. Megabyte große Datenpakete über eine langsame analoge zu ziehen, dauert Zeit und kostet Geld. Der Privatanwender ist aber nicht das eigentliche Problem. Gibt sein Rechner, von Viren befallen, den Geist auf, ist es zwar für ihn eine persönliche Katastrophe, aber es bleibt halt ein Einzelschicksal.

Bei Firmen sieht das schlimmer aus. Das Wissen und damit das Kapital von Unternehmen liegt auf den Festplatten der Rechner und Server, die über das Netz miteinander verbunden sind. Keine Firma kann es sich heute leisten, auf eine Verbindung zum Internet zu verzichten. Üblicherweise stehen die zentralen Rechner in abgelegenen Rechenzentren und verrichten klaglos ihre Arbeit. Nach dem Motto „Never touch a running System“ werden an den Maschinen nur Änderungen vorgenommen, wenn es zu Problemen kommt. Bei produktionskritischen Systemen sind vielfach auch die Folgen eines Neustarts unerwünscht. Vielfach fehlen also auch auf diesen Computern die neusten Patches.

Dann sind da noch die Systeme, auf denen Spezialprogramme laufen. In den Verträgen mit den Lieferanten ist zu lesen, dass Änderungen am System nur mit Zustimmung des Herstellers erfolgen dürfen. Die Klausel findet sich aus gutem Grund in den Verträgen. Leidvoll mussten Firmen feststellen, dass nach Einspielen eines Patches die eigentliche Applikation ihren Dienst versagte. Also müssen die Systemadministratoren jedes Mal bei den Lieferanten nachfragen, ob die Kompatibilität gegeben ist. Diese müssen ihren Gewährleistungszusagen nachkommen und behalten sich ausführliche Tests vor. Bevor diese abgeschlossen sind, stehen unter Umständen im Internet schon neue Programmflicken bereit.

Auf den Hitlisten der Antivirenhersteller werden uns also die altbekannten Viren und Würmer noch eine Weile erhalten bleiben.

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