Regierung soll vermehrt auf Open-Source setzen
Australien per Gesetz für Linux

Canberra hat per Gesetz beschlossen, dass bei zukünftigen IT-Beschaffungen das Angebot der Open-Source-Szene bevorzugt geprüft werden soll.

hiz DÜSSELDORF. Das Parlament des Australischen Hauptstadt-Distriktes Canberra hat ein Gesetz mit dem Ziel verabschiedet, Linux und den Open-Source Anbietern eine bevorzugte Rolle einzuräumen. Damit wurde in Canberra das umgesetzt, was schon in andern Bundesstaaten und auf Bundesebene des Kontinents auf den Weg gebracht wurde.

Das Gesetz schreibt der Regierung vor, bei IT-Projekten die Angebote aus der Open-Source-Szene „in Erwägung zu ziehen“. Ursprünglich war eine noch eindeutige Formulierung in der Diskussion, nachdem die Angebote von Linux & Co bevorzugt werden sollten. Diese wurde jedoch abgemildert, da Abgeordnete glaubten, das würde zu einer Wettbewerbsverzerrung führen.

Grund für das Gesetz ist offiziell der Aspekt der Kosteneinsparung. Im Parlament wurde angeführt, dass allein die Bezirksregierung im vergangenen halben Jahr fast neun Millionen Euro Lizenzgebühren allein an Microsoft abgeführt habe.

Interessant ist, dass der tobende Rechtsstreit zwischen dem Unix-Rechtreinhaben SCO und den großen Linux-Protagonisten wie IBM auf solche Gesetzgebungsverfahren keinerlei Einfluss haben. In Deutschland hat die Stadt München mit ihrer Entscheidung für Open-Source eine Vorreiterrolle bei den Verwaltungen übernommen.

Dass Microsoft das Feld nicht kampflos aufgeben wird, zeigt eine Studie, die das „Muenster Institute of Computational Economics“ (MICE) an der Universität Münster im Auftrag von Microsoft Deutschland durchführte. Die Marktforscher errechneten, dass sich bei den untersuchten Partnerunternehmen 11,2 Milliarden Euro Umsatz auf die Verbindung mit Microsoft zurückführen lassen. Damit könnten jedem Euro Umsatz von Microsoft selbst rund 7,5 Euro Umsatz bei den Partnern zugerechnet werden. Generell liege der Umsatz der Microsoft-Partner über dem Durchschnitt auf dem IT-Markt. Nach Aussagen von Microsofts Deutschlandschef Jürgen Gallmann ist der Softwareanbieter eine regelrechte Jobmaschine. Auf jeden Mitarbeiter kommen 51 IT-Arbeitsplätze in Deutschland. Die Linux-Szene kontert natürlich, dass das an der Monopolstellung von Microsoft liege. IT-Mitarbeiter sollten nicht hauptsächlich für die Pflege eines Betriebsystems oder einer Applikation verantwortlich sein, sondern zur Erledigung definierter Aufgaben, die im Unternehmen anfallen.

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