Regierung will Linux populär machen
Brasilien setzt auf Open Source

Die Digital Divide, die Informationslücke zwischen Computeranwendern und dem Rest der Welt, will Brasilien mit dem freien Betriebssystem Linux schließen.

hiz DÜSSELDORF. Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silvas will die Lücke zwischen denen, die Zugang zu Computerressourcen haben, und denen, den diese Welt verschlossen ist, schließen. Dabei setzt er auf Open Source Produkte. Der neu ernannte Chef des nationalen IT-Institutes ITI (www.iti.br), Sergio Amadeu, will alle Regierungsstellen ermutigen, auf Linux und Co. umzusteigen. "Wir haben im Bereich der Bundesregierung einige Open-Source-Inseln. Wir wollen aber einen ganzen Kontinent schaffen", erklärt er die Strategie der Regierung. Er möchte erreichen, dass Brasilien zu einem technologiebegeisterten Land wird, wo jedermann - vom Schüler bis zum Beamten - Open Source statt Windows verwendet. "Eine solche Politik ist in einem Land sinnvoll, wo nur zehn Prozent der Bevölkerung einen Computer haben und die hochverschuldete Regierung der größte Computer-Käufer des Landes ist." Da Linux lizenzfrei ist und die Anzahl der Anwendungen stetig wächst, ist Amadeu fest davon überzeugt, dass der Schritt weg von Windows zu Linux der Verwaltung Kosten spart und auch den Einsatz Informationstechnologie in der breiten Masse erleichtert.

Zur Umsetzung der visionären Pläne hat das lateinamerikanische Land eine Absichtserklärung mit IBM unterzeichnet, wodurch der Einsatz von Plattformen wie Linux durch Regierungsstellen gefördert werden soll. Für Microsoft bedeutet diese Entscheidung einen ansehnlichen Umsatzrückgang. Nach Aussagen von Microsoft Manager Luiz Mancau hat der Softwarekonzern sechs bis zehn Prozent seines Umsatzes in dem südamerikanischen Land mit Regierungsstellen gemacht. Wenn das Modell erfolgreich ist, wird es sicherlich ein Signal für Nachbarstaaten oder auch andere Länder sein, die unter chronisch knappen Kassen leiden.

Interessant wird sein, wie sich in diesem Zusammenhang SCO (www.sco.com) verhalten wird. Seit einigen Monaten vertritt die Unix-Company den Standpunkt, dass Linux Teile des lizenzpflichtigen Unix enthält und verklagt seit dem prominente Linux-Vertreter wie IBM. "Unsere Ansprüche beschränken sich aber nicht nur auf IBM, sondern betreffen auch andere Unternehmen und die Endverbraucher", gab SCO-CEO Darl McBride bekannt. Ein Staat, der seine IT-Struktur auf dem freien Betriebssystem aufbaut, wäre natürlich ein sehr prominenter Endverbraucher.

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