RegTP hat höhere Durchleitungsentgelte genehmigt
Telefonanrufe bei Telekom-Konkurrenz werden teurer

Telekom-Kunden müssen vom 1. Mai 2005 an einen Zuschlag von 0,2 Cent pro Minute bei Deutschlandverbindungen zu Teilnehmern bestimmter City Carrier zahlen. Dies geht auf eine Entscheidung der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (RegTP) vom September 2004 zurück.

HB DÜSSELDORF. Rund 30 Stadtnetzbetreiber – unter ihnen Net Cologne, Hansenet und Versatel – hatten beim Regulierer höhere Durchleitungsentgelte durchgesetzt. Sie dürfen demnach für die Nutzung ihrer Netze im Durchschnitt 25 Prozent mehr verlangen als bisher und als die Deutsche Telekom im umgekehrten Fall. „Mit dieser Entscheidung erhalten die alternativen Teilnehmernetzbetreiber einen Ausgleich für den späteren Start und für die zunächst geringere Kundenzahl im Vergleich zum Marktbeherrscher. Mittelfristig werden sich die Entgelte auf ein gleiches Niveau einpendeln. Derartige Zuschläge können daher nur einen Übergangscharakter besitzen“, erklärte Chef-Regulierer Matthias Kurth dazu im September.

Bei der Regulierungsbehörde hatten die Stadtnetzbetreiber zusätzliche Gebühren für die Netzzusammenschaltung zwischen 1,8 Cent und 5,8 Cent beantragt. Die oberste Aufsichtsinstanz genehmigte aber nur 0,2 Cent pro Minute. Für die regionalen Telefonanbieter sind diese Einnahmen ein wichtiger Bestandteil ihrer Geschäftsmodelle.

Nach Angaben des RegTP-Sprechers Manfred Küster muss der Marktführer bereits seit dem 15. Oktober die erhöhten Durchleitungsentgelte an die 30 Mitbewerber zahlen. Im kommenden Jahr stellt T-Com nun diese zusätzlichen Kosten seinen Kunden in Rechnung.

T-Com-Sprecher Frank Domagala wehrt sich entschieden gegen die Aussage, die Telekom-Festnetztochter würde ihre Kunden durch diese Aufschläge bestrafen: „Wir verdienen an den 0,2 Cent nichts, die werden eins zu eins an die Stadtnetzbetreiber weitergeleitet. Im Gegenteil, wir haben versucht, den Aufschlag bei der Regulierungsbehörde zu verhindern.“ Demnächst soll zudem eine kostenfreie 0800er-Nummer eingerichtet werden, über die Telekom-Kunden erfahren, ob für eine bestimmte Verbindung der Aufschlag fällig ist.

Der zweitgrößte deutsche Festnetzbetreiber Arcor ist von der Entscheidung des Regulierers nicht betroffen. Ein Sprecher wies darauf hin, dass Gespräche zwischen Arcor- und Telekom-Kunden und umgekehrt auch weiterhin ohne Aufschläge geführt werden könnten.

Frank L. Niebisch
Frank L. Niebisch
Handelsblatt GmbH - Digitale Geschäftsfelder / Leiter Digitale Architektur und Entwicklung
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