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Regulierungsbehörde vergibt neue Notrufnummer für Kartenverlust

In Deutschland soll es bald eine neue einheitliche Notrufnummer geben, bei der unter anderem verlorene Kreditkarten gesperrt werden können.

dpa BONN/FRANKFURT. In Deutschland soll es bald eine neue einheitliche Notrufnummer geben, bei der unter anderem verlorene Kreditkarten gesperrt werden können.

Die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (Regtp) erteilte am Dienstag in Bonn dem Verein „Sperr e.V.“ das Nutzungsrecht für die Nummer „116-116“. Innerhalb eines halben Jahres müsse der Betrieb aufgebaut werden, teilte die Behörde mit. Der Verein hat dazu die „Sperr-Notruf 116 116 Gmbh“ mit Sitz in Frankfurt gegründet.

Aufgrund der umfangreichen Vorarbeiten sei man problemlos in der Lage, die europaweit einmalige Nummer zum 1. Juli kommenden Jahres anzubieten, sagte der Geschäftsführer Michael Denck. Hinter der Non- Profit-Organisation stehen namhafte Unternehmen wie Bertelsmann und Siemens.

Für die Kunden wird der Anruf bei dem neuen Service kostenfrei sein, teilte die Regtp mit. Für Behinderte werde ein Fax-Service angeboten. Mit einem einzigen Anruf sollen die Kunden neben den diversen Geld- und Kreditkarten auch Handys und weitere Medien sperren lassen können. Dazu wird eine Zentrale eingerichtet, die den Anrufer zu den verschiedenen Banken und Anbietern nacheinander weiterleitet. Die Kosten sollen die Herausgeber der Karten tragen. Das Geschäftsmodell sieht jährliche Kosten von etwa fünf Cent pro Karte vor. Nach Angaben des Vereins werden in Deutschland jedes Jahr rund sechs Mill. Karten und Handys gesperrt.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen in Berlin begrüßte das Modell. „Vom Ansatz her ist das sehr vernünftig, weil schließlich jede Minute zählt, um hohe Schäden zu vermeiden“, sagte der Telekommunikationsreferent Michael Bobrowski. Wünschenswert sei eine europaweit einheitliche Rufnummer und die eindeutige zeitliche Dokumentation der Sperrwünsche der Kunden.

Nach Dencks Angaben sind bislang nur Vorverhandlungen mit möglichen Teilnehmern geführt worden. „Wir hatten ja noch keine Nummer.“ Er hoffe nun auf eine breite Beteiligung der Unternehmen. Bei den Banken strebe er einen einheitlichen Vertrag mit dem Zentralen Kreditausschuss oder zumindest mit den Dachverbänden der verschiedenen Institute an. Der Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Rainer Herrmann, erklärte: „Wir begrüßen eine solche Einrichtung als sinnvoll und werden jetzt die Auswirkungen auf unsere bestehenden Strukturen zügig überprüfen. Es gibt aber noch keine Beschlüsse in den Gremien über eine Beteiligung.“

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