Reich werden mit Ebay
So werden Sie Profiseller

Was Ebayer zu Recht und Steuern wissen müssen.
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Gewerbe anmelden Pflicht: Jeder, der regelmäßig neue oder gebrauchte Waren einkauft, um sie gewinnbringend über Ebay zu versteigern, gilt vor dem Gesetz als Händler. Die Anmeldung eines Gewerbes (für rund 20 Euro beim Gewerbeamt) ist daher Pflicht ­ unabhängig davon, ob der Ebay-Handel haupt- oder nebenberuflich betrieben wird. Gründer werden parallel dem Finanzamt gemeldet, denn ab einem Gewinn von mehr als 24.500 Euro im Jahr fällt Gewerbesteuer an. Wie viel, richtet sich nach dem Hebesatz der Gemeinde, in der der Ebayer seinen Firmensitz hat. Wer nur hin und wieder Gebrauchtes aus seinem Privatbesitz verkauft, muss sich nicht mit dem Fiskus herumschlagen. Im Zweifelsfall lohnt es sich, den Steuerberater zu fragen.

Umsatzsteuer nicht für alle: Wer sein Gewerbe angemeldet hat, sollte sich beim Finanzamt um eine Steuernummer für Einkommen- und Umsatzsteuer kümmern. Letztere fällt an, sobald Neuware angekauft und über Ebay weiterveräußert wird. Vom Endpreis jeder Auktion und jedes Sofort-Verkaufs ist dann Mehrwertsteuer ans Finanzamt abzuführen. Entsprechende nachträgliche Preisaufschläge sind nach den Geschäftsbedingungen von Ebay verboten.

Selbstständige Powerseller können sich von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen, wenn sie im Vorjahr maximal 16.600 Euro und im laufenden Jahr voraussichtlich nicht mehr als 50.000 Euro Umsatz machen. Vorteil der Umsatzsteuerpflicht: Bereits gezahlte Mehrwertsteuer (so genannte Vorsteuer) auf Ebay-Gebühren etwa oder sonstige Betriebsausgaben wie Software-Programme und Versandmaterial darf von der eigenen Umsatzsteuer abgezogen werden.

Fiskus verdient mit: Wer als selbstständiger Ebayer Gewinne macht, muss Einkommensteuer zahlen, auch wenn er nur Feierabend-Händler ist. Verschont bleiben Einkommen unter dem Grundfreibetrag von derzeit 7.235 Euro jährlich. Bei der Einkommensteuererklärung müssen sämtliche Betriebseinnahmen und ­ausgaben im jeweiligen Jahr aufgeführt werden.

Nicht steuerpflichtig sind dagegen Ebayer, die ihren Dachboden ausmisten, um gebrauchte Bücher und CDs feilzubieten. Gewinne lassen sich mit solchen Gebrauchtwaren in der Regel nicht machen. Ausnahme: Sammlerstücke wie Antiquitäten, Briefmarken oder Münzen. Wer sie innerhalb eines Jahres nach Erwerb mit Gewinn weiterverkauft, muss den Ertrag unter "private Veräußerungsgeschäfte" in der Anlage SO bei der Steuererklärung angeben und versteuern. Jährlicher Freibetrag: 512 Euro.

Staat fördert Ebayer: Überbrückungsgeld und Ich-AG-Zuschüsse gibt es auch für Arbeitslose, die sich als Ebay-Händler selbstständig machen. Wer keinen Anspruch auf diese Förderungen hat, kann sich bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau über Wege zu zinsgünstigen Existenzgründerdarlehen informieren.

Finanzamt darf stöbern: Das Finanzamt hat zwar keinen Zugriff auf die Nutzer-Datenbank von Ebay. Doch bei einer offiziellen Steuerprüfung des Unternehmens können die Fahnder auf Powerseller aufmerksam werden, die hohe Provisionen zahlen ­ also viel verkaufen. Die Daten nutzt das Finanzamt dann für weitere Nachforschungen. Seit neuestem im Einsatz: der Web-Crawler "Xpider" des Bundesamtes für Finanzen. Die Software durchforstet Plattformen, stellt Querverbindungen zwischen An- und Verkäufen her und vergleicht diese mit dem Handelsregister und anderen Datenbanken, um Steuersündern auf die Schliche zu kommen.

Chef muss mitspielen: In den meisten Arbeitsverträgen wird der Arbeitnehmer verpflichtet, seinen Chef über Nebenjobs zu informieren. Wer dagegen verstößt, riskiert eine fristlose Kündigung. Besser direkt mit offenen Karten spielen. Überlebenswichtig: Haupt- und Nebenberuf klar voneinander trennen. Wer bei seinem Arbeitgeber nebenbei Auktionen abwickelt oder Telefonate mit Zulieferern führt, darf nicht mit Kulanz rechnen.

Käuferschutz geht vor: Gewerbliche Ebayer müssen den Käufer auf ihren Angebotsseiten über das Widerrufsrecht informieren. Der Kunde darf innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt den Artikel ohne Angabe von Gründen zurückgeben. Vergisst der Händler diesen Hinweis, verlängert sich die Rückgabefrist auf ein halbes Jahr. Die Rücksendung muss in der Regel der Verkäufer bezahlen, für einen Warenwert unter 40 Euro kann er aber eine Klausel hinzufügen, nach der der Käufer die Versandkosten zu tragen hat.

Professionelle Ebay-Händler müssen ihren Kunden ferner ein zweijähriges Gewährleistungsrecht einräumen: Weist die gekaufte Ware einen Mangel auf oder entspricht sie nicht der Beschreibung im Angebot, hat der Käufer ein Recht auf Nachlieferung oder Nachbesserung.

Bei der Sofortkauf-Option gelten diese Regelungen für Händler uneingeschränkt, für den Auktionskauf gibt es zurzeit noch keine einheitliche Rechtsprechung. Die Mehrheit der Fachleute geht aber davon aus, dass Rückgaberecht und Gewährleistung auch hier gelten.

Päckchen sicher verschicken: Beim Handel zwischen Privatleuten trägt der Käufer das Risiko des Versandweges, sobald die Ware an die Post übergeben wurde. Der Verkäufer muss im Streitfall nachweisen, dass er die Ware ordnungsgemäß verpackt auf den Weg gebracht hat. Verkäufer mit Gewerbeschein dagegen haften dafür, dass die Ware beim Käufer eintrifft. Powerseller sollten daher bei teureren Artikeln immer auf einen versicherten Versand drängen.

Zweites Standbein schaffen: Um sich möglichst unabhängig von kurzfristigen Trends und Nachfrageschwankungen zu machen, sollten Profiseller nicht auf nur ein Produkt setzen. Mit einem eigenen Laden oder Web-Shop schafft man sich ein zweites Standbein neben den Ebay-Auktionen.

Quelle: Karriere

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