Retro-PCs als Hobby
Spielen wie vor drei Jahrzehnten

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Spiele sind günstig zu bekommen

Spiele sind für diese Systeme ebenfalls günstig zu bekommen. Allerdings müsse man hier Abstriche machen. „Bei Spielen auf Diskette oder Daten-Tape kann man nicht mehr davon ausgehen, dass der Code noch hundertprozentig intakt ist, weil die magnetische Spannung einfach Stück für Stück schwächer wird”, sagt Lange.

In den Rechnern selbst sind Warentest-Experte Knaak zufolge die Elektrolyt-Kondensatoren und verbaute Stützbatterien am anfälligsten. Sie können auslaufen oder schlicht und einfach die Spannung verlieren. „Das sind krasse Schwachpunkte.” Man könne diese Teile zwar austauschen. „Das wird aber dann schnell zur wilden Bastelei, und das muss man wollen und können.”

Wie man bestimmte Fehlerquellen behebt, dazu findet man ganze Foren und Hilfeseiten schon nach einer kurzen Internetrecherche. So hat beispielsweise der Verein zum Erhalt klassischer Computer eine Wissensdatenbank angelegt, in der „beliebte Fehlerquellen” für den Atari ST beschrieben werden. Auch hier ist jedoch zum Teil Geschick mit Schraubenzieher und Lötkolben gefragt.

Für schwierige Fälle empfiehlt Knaak sogenannte Repair-Cafés. „Die gibt es schon in allen größeren Städten.” Mit dem defekten Gerät kann man dorthin und erhält Hilfestellung bei der Reparatur oder dem Beschaffen von Ersatzteilen. „Meistens sind die aber so überlaufen, dass man sich vorher einen Termin holen muss”, sagt Knaak.

Wer sich nicht mit der alten Technik auseinandersetzen, sondern lieber alte Software auf aktuellen Rechnern nutzen will, der kann sich auf günstigen Mini-PCs einen C64 oder Atari emulieren. Dafür eignen sich zum Beispiel Ein-Platinen-Computer von Raspberry Pi oder Arduino. Hierzu gibt es im Netz diverse Anleitungen.

Und diese Emulatoren haben nicht nur persönlichen Wert. „Das ist ganz wichtig, auch in Bezug auf Langzeit-Bewahrung von Computerspielen, denn wir können nicht davon ausgehen, dass wir diese Systeme in 40 bis 50 Jahren noch funktionstüchtig haben”, sagt Museumsdirektor Andreas Lange.

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