RFID-Technik
Die Ruhe nach dem Sturm

RFID - dieses Thema gehört mittlerweile zum festen Bestandteil der Cebit. Doch im Vergleich zu den Vorjahren ist es auffällig ruhig geworden um die vermeintlichen Alleskönner. Trotz des wachsenden Pragmatismus im Umgang mit der RFID-Technologie sind die Hersteller der Funkchips immer noch auf der Suche nach neuen Visionen.

HANNOVER/DÜSSELDORF. Auch in diesem Jahr sind die kleinen Funkchips wieder in Hannover zu finden - diesmal in der Halle 7. Dort zeigen Firmen wie Siemens - mit über 300 000 installierten RFID-Schreib- und Lesegeräten einer der großen deutscher Anbieter - ihre Lösungen. Noch auf dem ersten deutschen IT-Gipfel im Dezember 2006 waren die Erwartungen an die RFID-Technik hoch. Die Experten erklärten die Funkchips zu einer der Schlüsseltechnologien für den IT-Standort Deutschland. Inzwischen hat sich die Aufregung ein wenig gelegt, es herrscht Ruhe nach dem Sturm. "Wir sind ganz froh, dass sich der Hype gelegt hat", sagt Kai Kuhlmann, RFID-Experte beim Branchenverband Bitkom. Vor allem durch die Diskussion über den Einsatz der elektronischen Informationsspeicher im Handel seien die Erwartungen recht hoch gewesen.

Konzerne wie Metro, Rewe und auch die amerikanische Wal-Mart haben den Einsatz der RFID-Technik vorangetrieben und ihre Zulieferer verpflichtet, gelieferte Produkte mit RFID zu kennzeichnen, damit sie diese lückenlos auf der gesamten Lieferkette verfolgen können. Bis die Funkchips allerdings den Barcode ersetzen können, werden noch einige Jahre ins Land gehen. "Es wird noch zehn bis 15 Jahre dauern, bis RFID auf der Artikelebene angekommen ist", sagt der Bitkom-Experte. Da die einzelnen Chips noch recht teuer sind, werden damit bislang nicht die einzelnen Produkte, sondern erst Verpackungseinheiten und Paletten gekennzeichnet.

"Der Handel ist ein großes System mit vielen Zulieferern. Hier muss erst die Diskussion um die Verteilung der Kosten und des Benefits zu Ende geführt werden. Das macht die Sache kompliziert", erläutert Dirk Morgenroth, Marketing-Direktor beim Chiphersteller NXP, warum dies so lange dauert. NXP ist die ehemalige Halbleitersparte von Philips. Das Unternehmen ist einer der führende Hersteller von RFID-Chips für Etiketten und Lesegeräte.

Lässt man die hohen Erwartungen im Handel außen vor, dann ist die RFID-Technik längst in der Praxis angekommen - allerdings vor allem in der Produktion und in der Logistik - in Bereichen, von denen Verbraucher nicht viel mitbekommen. Nach Angaben von Morgenroth werden die kleinen Wunder-Chips zudem in vielen Büchereien eingesetzt, ebenso zur Identifikation von Tieren. Daher wachse der weltweite RFID-Markt pro Jahr mit immerhin 18 Prozent, so Morgenroth.

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