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Rifkin: Digitale Revolution ist Chance für Europa

Die deutsche Medienwirtschaft sieht angesichts einer Rekordbeteiligung bei den Münchner Medientagen Zeichen für eine Erholung in der Branche. Rund 7 000 Menschen kamen zu dem dreitägigen Kongress, damit seien die Besucherzahlen zum sechsten Mal in Folge gestiegen.

dpa MÜNCHEN. Die deutsche Medienwirtschaft sieht angesichts einer Rekordbeteiligung bei den Münchner Medientagen Zeichen für eine Erholung in der Branche. Rund 7 000 Menschen kamen zu dem dreitägigen Kongress, damit seien die Besucherzahlen zum sechsten Mal in Folge gestiegen.

Das teilten die Veranstalter am Freitag in München mit. „Positive Ergebnisse von Medienunternehmen sind jedoch in erster Linie noch Resultat der Konsolidierungsphase und beruhen zunehmend auf den Diversifikationsstrategien vieler Firmen und der Erschließung werbeunabhängiger Erlösquellen“, hieß es. Die Werbekrise scheine aber überwunden, das Zusammenwachsen von Medien, Telekommunikation und Informationstechnologie eröffne neue Wachstumschancen.

Nach Experteneinschätzung bieten die digitale Revolution und die Beschleunigung der Kommunikationssysteme Chancen vor allem für Europa. Grund dafür sei, dass innerhalb der Europäischen Union bereits jetzt Menschen und Institutionen enger miteinander vernetzt und damit auf die zunehmende Globalisierung vorbereitet seien, sagte der amerikanische Zukunftsforscher Jeremy Rifkin am Freitag beim Zukunftsgipfel der Medientage.

Entscheidende Aufgabe der Medien sei es, Orientierung in einer zunehmend komplexen Welt und Raum zur Reflexion zu bieten, erklärte Rifkin. Die digitale Revolution, die sich in immer schnelleren Kommunikationssystemen äußere, stelle einen ähnlichen Einschnitt wie die Erfindung der Schrift oder des Buchdrucks für die Menschheit dar, betonte Rifkin. „Dies ist einer der Wendepunkte der Geschichte.“ Der Austausch von Gütern werde zunehmend durch den Austausch von Informationen und Zugangsmöglichkeiten zu einem weltweiten Netzwerk abgelöst. Langfristiger Erfolg sei nur für Gesellschaften möglich, die diese neuen globalisierten Arbeitsweisen verstünden. Die Europäische Union sei dafür ein erstes Experiment. „Der amerikanische Traum des individuellen Erfolgs bricht auseinander.“

Den Medien komme in diesem Umbruchprozess eine besonders wichtige Rolle zu. Menschen seien von ihrer Natur her nicht auf eine permanente Reizüberflutung vorbereitet. Die zunehmende Beschleunigung erzeuge Ungeduld und Stress und verhindere Mitgefühl, was für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensumstände elementar wichtig sei. „Die Medien müssen den Kindern Raum und Zeit zum Denken geben, so dass sie mit den Herausforderungen der Zukunft zurechtkommen.“

Bei den Medientagen diskutierten mehr als 500 Experten bei über 90 Veranstaltungen über neueste Entwicklungen der Branche. Im Mittelpunkt standen dabei Potenziale und Konsequenzen der Digitalisierung. Die Medientage gelten als wichtigster Kongress dieser Art in Europa. An einer begleitenden Fachausstellung beteiligten sich in diesem Jahr mehr als 140 Firmen und Institutionen und damit 40 Prozent mehr als im Vorjahr.

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