Rocker wollten schockieren
Internet-Attacke verhindert Selbstmord-Übertragung im Netz

Hacker aus Hongkong attackierten mit einer Datenflut die Website, auf der eine US-Hardrockband den Selbstmord eines schwerkranken Fans live zeigen wollte.

dpa NEW YORK. Durch einen Datenangriff auf die Homepage der US-Hardrockband Hell on Earth ist in der Nacht zum Sonntag die Live-Übertragung eines Selbstmordes verhindert worden. Die Website sei mit einer Datenflut von Computern aus Hongkong attackiert worden und habe stillgelegt werden müssen, sagte ein Sprecher der Firma, bei der die Band ihren Internet-Server gemietet hat.

Ob der seit Wochen angekündigte Selbstmord eines angeblich schwerstkranken Fans der Schockrocker dennoch stattgefunden hat, blieb zunächst unklar. Bandleader Billy Tourtelot erklärte nach US-Medienberichten, er wisse das nicht. Die Selbsttötung sei nach einem richterlichen Verbot und Ankündigungen der Polizei, die Tat zu verhindern, an einen geheimen Ort weit weg vom Auftrittsort der Band verlegt worden. Dagegen sagte Jason Trindade, der Sprecher der Website-Firma, Hell on Earth habe ihn über eine Verschiebung der „Selbstmordshow“ um eine Woche informiert.

Nach der Ankündigung der Band, einer ihrer Fans werde sich am Samstag bei einem Konzert in St. Petersburg (Florida) öffentlich umbringen, hatte ein Richter den Auftritt untersagt. Tourtelot plante daraufhin, das Konzert und den Selbstmord an verschiedenen Orten stattfinden zu lassen und beides live auf der Website der Band zu zeigen.

Der angeblich todkranke Fan hatte Mitte September in einem Brief auf der Website einer lokalen Radiostation erklärt, seine Krankheit sei für ihn unerträglich geworden. Da er alle medizinischen Möglichkeiten ausgeschöpft habe, stehe sein Entschluss fest: „Ich werde jeden verklagen, der versucht mich gegen meinen Willen wiederzubeleben. Ich hoffe, dass jeder meine Entscheidung in dieser Sache versteht und respektiert und hoffe, dass eines Tages andere in der selben Lage das Recht haben werden in Würde zu sterben.“

Der Mann soll dem Verein „Euthanasia Society“ angehören, der sich für die Sterbehilfe einsetzt. Nach dem Gesetz in Florida ist es fahrlässige Tötung, einem Selbstmörder Hilfestellung zu leisten. Vor dem richterlichen Verbot hatte der Stadtrat von St. Petersburg eine Verordnung erlassen, die es illegal macht, Selbstmord für kommerzielle Zwecke oder als Unterhaltung zu nutzen.

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