Rollende Festungen
Interesse an gepanzerten Autos wächst

Spezielle Sicherheitstechnik in Serienfahrzeugen schützt die Insassen bei einem Überfall.

DÜSSELDORF. Blaulicht - irgendwo in Deutschland. Drei schwarze Limousinen jagen über die Landstraße, an Bord ein Mitglied der Bundesregierung. Nach einer scharfen Rechtskurve gerät der Konvoi ins Stocken. Ein Lkw steht quer auf der Fahrbahn und blockiert die Weiterfahrt. Plötzlich tauchen maskierte Männer auf und greifen die Fahrzeuge frontal an. Schüsse fallen, eine Explosion, überall Rauch. Doch statt sich zu ergeben, drehen die Fahrzeuge mit quietschenden Reifen um 180 Grad und machen sich mit Vollgas aus dem Staub. Die Angreifer bleiben erfolglos zurück. Gegen die rundum gepanzerten Fahrzeuge haben ihren Waffen keine Chance.

Mit simulierten Angriffsversuchen wie diesem demonstrieren Hersteller von so genannten Sonderschutzfahrzeugen potenziellen Kunden und Sicherheitsexperten die Vorteile ihrer rollenden Festungen. Panzerkäfige aus hochfestem Stahl, schussfeste Kunststoffe wie Aramid und Kevlar sowie mehrere Zentimeter dickes Sicherheitsglas sollen die Insassen zuverlässig vor dem Beschuss mit Handfeuerwaffen, vor Handgranaten und sogar Bomben schützen.

Bei Gefahr lassen sich im Fahrzeug Feuerlöschanlagen aktivieren, die Türen für einen schnellen Notausstieg wegsprengen oder Sauerstoff in die Fahrgastzelle blasen zum Schutz vor einem Gasangriff. Sicherheitsfahrzeuge werden mit umfangreichem Sonderzubehör ausgerüstet. Welche genau, das findet man auf keiner Ausstattungsliste. Jede Information über Fahrzeugdetails, Verkaufszahlen und Käufer ist streng vertraulich und wird extrem diskret behandelt. Zum Schutz der Kunden: Regierungschefs, Politiker, Topmanager, Reiche und Stars.

Die Nachfrage nach gepanzerten Limousinen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Inoffizielle Schätzungen gehen davon aus, dass der weltweite Absatz von Sonderschutzfahrzeugen in den vergangenen Jahren um rund 20 Prozent gestiegen ist. Insbesondere nach den Anschlägen des 11. September und der internationalen Ausbreitung der Terrorwelle boomt das Geschäft mit der Sicherheit und damit auch die Nachfrage nach entsprechenden Fahrzeugen. Der Trend: Gepanzerte Wagen sind immer weniger ein Privileg hochgefährdeter Persönlichkeiten. Immer mehr Privatleute, die sich vor wachsender Kriminalität und Gewaltbereitschaft schützen wollen - und die es sich leisten können -, setzten auf die beschussfesten Fahrzeugvarianten.

Die Autos werden in verschiedenen Widerstandsklassen von B 1 bis B 7 angeboten. Ein Fahrzeug der Klasse B 4 bietet Schutz vor mechanischer Krafteinwirkung und Handfeuerwaffen bis zum Kaliber 0.44 Millimeter Magnum. Ein Fahrzeug der Klasse B 6/B 7 hält dagegen dem Beschuss mit Faustfeuerwaffen, speziellen Scharfschützengewehren, Dauerfeuer aus Maschinenpistolen sowie Anschlägen mit Molotowcocktails und Handgranaten stand.

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