RTL und Pro Sieben Sat 1 bereit zum Ausstieg
Zukunft von DVB-T steht auf der Kippe

Satellitenbetreiber und Kabelgesellschaften fordern ein bundesweites Ende der Subventionierung für digitales Antennenfernsehen. Nachdem die EU-Kommission entschieden hat, dass Beihilfen der Medienanstalten für das so genannte DVB-T in Berlin illegal sind, wittern sie ihre Chance, den ungeliebten Wettbewerber auf Abstand zu halten.

DÜSSELDORF. „Die Finanzierung von DVB-T ist krank. Für uns ist die Brüsseler Entscheidung ein Signal für Europa“, sagte Ferdinand Kayser, Vorstandsvorsitzender des Luxemburger Satellitenkonzerns SES Astra, dem Handelsblatt.

Kayser kann sich statt einer Subventionierung von DVB-T einen neutralen Digitalisierungsfonds aus öffentlichen Mitteln vorstellen, aus dem dann alle drei Verbreitungswege Satellit, Kabel und Digital-Antenne gleichberechtigt gefördert würden.

Die Forderungen der Kabelkonzerne gehen hingegen weiter. Der Verband der privaten Kabelnetzbetreiber Anga fordert ein Ende des digitalen Antennenfernsehen zugunsten des mobilen Handy-TV-Standards DVB-H. „DVB-T hat weder den Zuschauern noch den Programmveranstaltern einen nachhaltigen Mehrwert gebracht. Es sollte schnellstmöglich durch innovative Angebote für die mobile Nutzung über den DVB-H-Standard abgelöst werden“, sagte Anga-Präsident Thomas Braun am Dienstag. Für den Kabelbetreiber Ewt ist das „Überall-Fernsehen“ ohne Sinn und Zweck: „DVB-T ist ein Rohrkrepierer“, sagte ein Sprecher des Augsburger Unternehmens, das derzeit zwei Millionen Haushalte zu seinen Kunden zählt.

Im Gegensatz zu Satellit und Kabel wird der Ausbau des terrestrischen Digital-Fernsehens (DVB-T) von den Landesmedienanstalten mit hohen Fördermitteln unterstützt. Aber zumindest die Beihilfen der Landesmedienanstalt für den Ausbau im Raum Berlin-Brandenburg sind nun illegal. Dies befand die EU-Kommission in der vergangenen Woche. Steuergelder in Höhe von etwa zwei Mill. Euro, die an RTL, Pro Sieben, Sat 1 und andere Sender ausgeschüttet wurden, müssen nun zurückgezahlt werden.

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