Rückrufaktion von Dell
Brandgefahr bei Notebook-Akkus

Der weltgrößte PC-Hersteller Dell muss Millionen seiner Laptop-Akkus zurückrufen, weil sie im Extremfall in Flammen aufgehen können. Schuld seien die 4,1 Millionen Batterien der Marke Dell, die von Sony hergestellt wurden, erklärte der Konzern am Montagabend.

HB SAN FRANCISCO. Der Rückruf ist die größte derartige Aktion in der 22-jährigen Firmengeschichte des Computerbauers. Es handelt sich nach Angaben der amerikanischen Verbraucherschutzbehörde CPSC (US Consumer Products Safety Commission) sogar um die größte Rückrufaktion für elektronische Produkte, die es je gegeben hat. Ein Fabrikationsfehler der Lithium-Ionen-Batterien könne einen Kurzschluss auslösen, erläuterte ein Dell-Sprecher. will auch seine deutschen Kunden direkt ansprechen. Die Batterien kamen auch in Apple-Computern und bei anderen Herstellern zum Einsatz. Der Hersteller von Mac-Computern kündigte eine Untersuchung an.

Bislang sind nach Dell-Angaben durch die Batterien keine Menschen verletzt worden. Bei sechs Dell bekannten Zwischenfällen seien jedoch etwa Möbel beschädigt worden. Eine von dem Rückruf betroffene Batterie war nach Dell-Angaben auch in dem Laptop, der jüngst im japanischen Osaka in Flammen aufging. Fotografien des Vorfalls kursierten daraufhin im Internet.

Der Rückruf kommt für Dell zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Nach Beschwerden über seinen Kundendienst will Dell derzeit mit einer Werbekampagne sein Image aufpolieren. Hierzu investiert der Konzern rund 100 Mill. Dollar und stellt 2000 neue Mitarbeiter ein. Erst Ende Juli hatte Dell zudem seine Geschäftserwartungen wegen des harten Preiskampfes überraschend zurückgeschraubt. Noch in dieser Woche will Dell seine Bilanz-Zahlen für das zweite Geschäftsquartal bekannt geben.

Nach Firmen-Angaben wird die Rückrufaktion keine "wesentlichen Auswirkungen" auf Dell haben. Die Aktien des Unternehmens gaben im außerbörslichen Handel um 1,3 Prozent auf 20,97 Dollar nach. Innerhalb eines Jahres haben die Dell-Papiere mittlerweile fast die Hälfte ihres Wertes eingebüßt, während die Aktien seines Konkurrenten Hewlett-Packard rund 40 Prozent zugelegt haben. Hewlett-Packard-Laptops sind nach Angaben der Firma nicht von dem Rückruf betroffen. Auch Sony-Papiere gaben am Dienstag in Tokio leicht nach.

Betroffen ist fast jeder fünfte Dell-Laptop der Modelle Latitude, Inspiron und Precision, der zwischen April 2004 und Juli 2005 verkauft wurde. Dell will die Batterien kostenlos ersetzen. Einzelheiten dazu gab Dell auf der Internetseite www.dellbatteryprogram.com bekannt. Die betroffenen Notebook-Benutzer könnten die Rechner nach Entfernen der Batterie mit dem Netzkabel weiter betreiben bis sie ihre Ersatzbatterien erhalten.

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