Rufnummer 115
„Behörden-Notruf“ im Gespräch

In Zukunft hilft womöglich ein bundesweiter "Behörden-Notruf" bei Problemen mit Ämtern. Ein entsprechendes Projekt nimmt jedenfalls konkrete Formen an.

HB BERLIN. Die Bundesregierung, die Länder Hessen, Berlin und Hamburg sowie der Deutsche Städtetag wollen es bereits auf der nächste Woche beginnenden weltgrößten Messe für Informationstechnik, der CeBIT in Hannover, voranbringen. Dies wurde am Montag aus dem Kreis der beteiligten Länder und Institute bestätigt. Unter der deutschlandweiten Rufnummer 115 sollen Bürger künftig rund um die Uhr Auskünfte und Hilfe bei Behördenangelegenheiten erhalten.

Die Idee wurde im vergangenen Dezember auf dem "ersten nationalen IT-Gipfel" in Potsdam geboren. Seinerzeit hieß es, es handele sich eher um ein mittelfristiges Vorhaben. Der neue Service dürfte erst in zwei bis drei Jahren bundesweit störungsfrei funktionieren. Vorbild ist der Bürgerservice in New York. In der US-Metropole meldet sich unter der Telefonnummer 311 innerhalb weniger Sekunden rund um die Uhr ein Ansprechpartner, der sich um Anliegen kümmert.

Ziel der deutschen Projektplaner ist, Anfragen an Verwaltungen über eine einheitliche Nummer und Telefonzentrale zu erleichtern. Diese soll nicht nur Anfragen weiter leiten, sondern qualifiziert Auskunft geben. Damit dies gelingt, müssten alle Behörden von Bund, Ländern und Kommunen technisch miteinander vernetzt werden.

In Deutschland gibt es bisher schon Notrufnummern wie die 110 für die Polizei, die 112 für die Feuerwehr sowie den für Kredit- und EC-Karten eingeführten Sperr-Notruf 116 116. Die jetzt diskutierte Notrufnummer 115 gab es bereits in der DDR für die "Schnelle Medizinische Hilfe" (SMH). Sie wurde nach der Wende abgeschafft.

Für das Projekt zuständig ist das "Institut für Interdisziplinäre Studien zu Politik, Recht, Administration und Technologie" (ISPRAT), das die bundesweite Notruf-Nummer 115 vorgeschlagen hat. Die meisten Bundesbürger sehen den "Behörden-Notruf" einer Umfrage vom Dezember zufolge skeptisch. Knapp zwei Drittel glauben, dass sich das Verhältnis zwischen Bürgern und Verwaltung nicht verbessert.

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