Rund 5 Millionen Digicams gehen in diesem Jahr über den Ladentisch
Kamerahersteller setzen auf neue Technik

Digitalkameras stehen ganz oben auf der Wunschliste für den Weihnachtsmann. Die Apparate werden dem Fotohandel quasi aus der Hand gerissen. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) schätzt, dass in diesem Jahr allein in Deutschland rund 5 Millionen Geräte verkauft werden - mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Der Markt ist zersplittert: Mehr als 80 Anbieter versuchen, ein möglichst großes Stück von dem Umsatzkuchen abzubekommen.

DÜSSELDORF. Der Wettbewerb wird jedoch nicht nur über den Preis ausgetragen. Die Hersteller setzen beim Kampf um den Kunden vor allem auf Innovationen. In kaum einem Bereich der Unterhaltungselektronik sind die Innovationszyklen so kurz wie bei den Digicams. Fast täglich kommen neue Modelle auf den Markt. Hersteller wie Fuji Film oder Canon haben in diesem Jahr allein bis zu zehn neue Modelle in den Handel gebracht. Die Gesamtzahl aller neuen Kameras auf dem deutschen Markt lag in diesem Jahr bei 435 neuen Modellen.

Die Neuerungen beschränken sich nicht nur auf Design und immer mehr Megapixel. Der Trend geht zu stärkerer Miniaturisierung, leichterer Bedienung und höherer Bildqualität. "Kleine menügesteuerte kompakte Kameras sind genauso gefragt, wie größere Profikameras, bei denen der Nutzer noch eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten besitzt", beschreibt Markus Nierhaus, Sprecher von Sony Deutschland, die Wünsche der Kunden.

Die größte Herausforderung für die Entwickler besteht darin, das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten so zu optimieren, dass eine möglichst hohe Bildqualität erzielt wird. Das zeigten die jüngsten Schnäppchenangebote von Discountern wie Aldi, Lidl und Co.. Vermeintlich billige 5-Megapixel-Kameras lieferten im Test nur so gute Bilder wie eine Kamera mit 2 Megapixel und entpuppten sich eher als teure Anschaffung.

"Es reicht nicht, die Kamera mit einem hochauflösenden Chip auszustatten. Die interne Signalverarbeitung ist entscheidend", sagt Petra Fujiwara, Sprecherin von Fuji Photo Film. Der japanische Hersteller hat in diesem Jahr bereits die vierte Generation von CCD-Chips auf den Markt gebracht. Dabei zielen die Innovationen in zwei Richtungen: auf eine höhere Auflösung und eine verbesserte Bildqualität durch eine optimierte Wiedergabe kontrastreicher Bilder, die sowohl dunkle wie helle Bereiche aufweisen.

Wahre feinmechanische Meisterleistungen sind den Herstellern von scheckkartengroßen Kompaktkameras - Kyocera, Casio und Sony - gelungen. Die "Finecam SL 300R" von Kyocera, "Exilim EX-Z4" von Casio und "Cybershot DSC-T1" von Sony besitzen neben hochauflösenden Chips auch ein optisches Zoom im Kleinbildformat (35 bis 105 mm). Während Casio ein Außenzoom von Pentax bevorzugt, setzen Kyocera und Sony auf eine optische Lösung im Innern der Kamera. Sony beispielsweise hat in seine Kamera ein von Carl Zeiss entwickeltes so genanntes Tessar-Objektiv vertikal ins Gehäuse eingebaut und dieses über ein Prisma mit der Linse verbunden.

Einen weiteren wichtigen Fortschritt haben die Hersteller bei der Auslöseverzögerung erzielt. In den neueren Kameras ist ein Prozessor eingebaut, der die Kameraeinstellungen schneller berechnet. Bei ausreichender Helligkeit vergehen nach dem Druck auf den Auslöser nur noch Bruchteile von Sekunden bis das Bild gespeichert wird. Bei älteren Kameras dauert das noch mehrere Sekunden. Allerdings gibt es auch bei neuen Kameras noch Verzögerungen bei schlechten Lichtverhältnissen und bei Blitzaufnahmen. "Auch an dieser Stelle gibt es noch einiges zu tun", räumt Sony-Sprecher Markus Nierhaus ein. Obwohl die Digitalfotografie schon sehr weit entwickelt ist, ist sie noch weit von der Qualität der analogen Fotografie entfernt. Es gibt also noch eine Menge Innovationspotenzial für weitere Kameragenerationen.

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