Schlag gegen illegalen Vertrieb von Werbe-Mails
AOL-Mitarbeiter verkaufte angeblich Millionen E-Mail-Adressen

Erstmals konnten US-Behörden einen großen Erfolg im Kampf gegen den illegalen Vertrieb von Werbe-Mails im Internet verbuchen. Ermittlungsbeamte haben einen ehemaligen AOL-Mitarbeiter festgenommen, der Kundenlisten an die Versender von unerwünschten Spam-Mails verkauft haben soll.

HB WASHINGTON. Ein 24-jähriger Mitarbeiter des Online-Dienstes AOL sei wegen des Verdachts festgenommen worden, eine fast komplette Liste mit den 92 Mill. E-Mail-Adressen von AOL-Kunden für 100 000 Dollar (85 000 €) an einen Versender der so genannten Spam-Mails verkauft zu haben, berichteten US-Medien am Donnerstag. Auch der 21-jährige Käufer, der Glücksspiele im Internet betreibt, sei festgenommen worden.

Beiden Männern drohen bis zu fünf Jahre Haft sowie Geldstrafen bis zu 250 000 Dollar. Der AOL-Software-Ingenieur sei außerdem fristlos entlassen worden, berichtete die Tageszeitung „Wall Street Journal“.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem AOL-Mitarbeiter vor, sich im Mai vergangenen Jahres nicht nur illegal die Internet-Adressen, sondern auch andere Kundeninformationen wie Benutzernamen, Telefonnummern, Postleitzahlen und Typen von Kreditkarten verschafft zu haben.

Allerdings habe der Mitarbeiter keinen Zugang zu den Kreditkarten- Nummern oder Passwörtern der Kunden gehabt, schreibt die Tageszeitung „Washington Post“. Mill. von AOL-Kunden seien nach dem Verkauf der Adressen-Liste mit unerwünschter Werbung - beispielsweise für Kräutermedizin - bombardiert worden.

Nach US-Medienberichten handelt es sich um den ersten Strafprozess gegen Spam-Versender nach in Kraft treten eines neues Gesetzes am 1. Januar dieses Jahres. Das Gesetz regelt den kommerziellen E-Mail-Verkehr und schreibt unter anderem vor, dass eine gültige Anschrift des Absenders in den USA enthalten ist. Außerdem muss dem Empfänger die Möglichkeit eingeräumt werden, sich von der Liste streichen zu lassen.

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