"Schlichtweg gefährlich": Digitalwirtschaft warnt vor "Hacker-Währung"

"Schlichtweg gefährlich"
Digitalwirtschaft warnt vor "Hacker-Währung"

Der Aufstieg einer digitalen Schattenwährung schreckt die deutsche Digitalwirtschaft auf. Ihr Bundesverband warnt Verbraucher und Händler vor Bitcoins als Zahlungsmittel - und hält die Währung für gefährlich.
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DüsseldorfDer Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) rät Verbrauchern von der Nutzung der Zahlungsmittel Bitcoins ab. Nach Ansicht des Verbands besitzt die digitale kryptografische Schattenwährung das Potenzial, der gesamten Gesellschaft durch Steuerhinterziehung, Geldwäsche oder illegale Geschäfte nachhaltig zu schaden. Für die Sicherheit der Verbraucher und im Interesse aller Marktteilnehmer empfiehlt der BVDW auf die bewährten Zahlungsmittel und -methoden bei Online-Transaktionen im E-Commerce zu vertrauen.

"Zum einen sind Ausgabe und Kontrolle von Zahlungsmitteln in unserer Gesellschaft eine hoheitliche Aufgabe" heißt es in einer Presseerklärung. Durch die Nutzung von Bitcoins als Zahlungsmittel werde außerdem die notwendige Kontrolle durch den Staat in den Fällen von Steuerhinterziehung oder Geldwäsche unmöglich. "Deswegen sind Bitcoins schlichtweg gefährlich und haben das Potenzial, der gesamten Gesellschaft eben durch Steuerhinterziehung, Geldwäsche oder andere illegale Geschäfte nachhaltig zu schaden", teilte der Verband mit.

"Die reale Wirtschaft darf nicht zum Monopoly-Spiel werden", so der BVDW. Der Verband geht davon aus, dass "Ersatzwährungen" wie Bitcoins früher oder später verboten werden. Eine Ansammlung von Bitcoins als monetäre Reserve könnte daher von einem auf den anderen Tag durch den staatlichen Eingriff entwertet werden, warnte der Verband.

Im Interview mit "Spiegel Online" hatte der Währungsfachmann Gerhard Rösl, Professor an der Fachhochschule Regensburg, das Missbrauchspotential als nicht dramatisch eingestuft. Auch Bargeld erlaube anonyme Zahlungsvorgänge, "und nicht jeder, der mit Bargeld bezahlt, ist ein Verbrecher", kommentierte Rösl den Aufstieg der Schattenwährung.

Auch Bargeld könne für kriminelle Handlungen missbraucht werden, sagte auch Linus Neumann von netzpolitik.org im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Rein technisch betrachtet beruhe das Bitcoin-Projekt auf einer soliden Basis. "Die Frage ist nur: Ist das am Ende konvertibel? Ist das nur ein Hype oder mehr?" Beim vertrauten Zahlungsmittel Geld sorge der Staat für das nötige Vertrauen. "Solange es kein allgemeines Grundvertrauen zu Bitcoins gibt, ist das nicht mehr als ein Spaß."

Bei Bitcoins handelt es sich um eine seit 2009 im Umlauf befindliche reine digitale und nicht offizielle Währung. Die Geldmengensteuerung funktioniert dezentral über das Errechnen neuer gültiger Bitcoins, wobei die Menge der Bitcoins auf maximal 21 Millionen begrenzt ist. Bitcoins erlauben anonymes Bezahlen über das Internet und können auf verschiedenen Händler-Seiten im Internet in andere Währungen wie Euro und Dollar getauscht werden. Ziel der Aktivisten, die Bitcoins erschaffen haben, ist die Etablierung einer digitalen Alternativwährung, die völlig frei von der Kontrolle von Banken und Staaten ist.

Am Mittwoch wurde ein Bitcoin für etwa 8,7 Dollar gehandelt, wie aus den auf der Website Bitcoinwatch veröffentlichten Umsätzen hervorging. Damit setzte sich der Höhenflug der Schattenwährung fort: Noch am Montag kostete eine Bitcoin 7,5 Dollar. Im Februar war eine Bitcoin dagegen nur etwa einen Dollar wert. Derzeit sind etwa 6,4 Millionen Bitcoins im Umlauf, die etwa 56 Millionen Dollar wert sind.

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  • Bitcoins sind ebenso gefährlich oder ungefährlich wie Aktienderivate, Inhaberschukdverschreibungen, Credit Default Swaps und andere Finanzprodukte auch. Bitcoins kann man für "reale" Währungen kaufen und in solche umtauschen. Der Preis entsteht genau so, wie der Preis an der Börse. Bitcoins sind so anonym wie Bargeld und entsprechend genau so "gefährlich" im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung, Drogenhandel und Schwarzmarktgeschäften. Dabei sind Bitcoins aber deutlich fälschungssichrer als Bargeld, wenn nicht gar absolut fälschungssicher. Der Wert von Bitcoins beruht genau so auf Vertrauen, wie der Wert von "realen" Währungen und o.g. Finanzprodukten und genau wie diese können sie Gegenstand von Spekulationen werden. Warum eine Währung, die nicht von Staaten kontrolliert wird, sondern von der Gemeinschaft aller, die diese Währung benutzen, die also basisdemokratisch ist, bestimmten Menschen Angst macht ist klar. Obrigkeitshörigkeit ist ein weit verbreitetes Phänomen, nicht nur in unserer Gesellschaft.

  • Tja, das mit der hoheitlichen Aufgabe hätte ich vor zehn Jahren noch unterschrieben... Aber nun, da man sieht, wie unsere "hoheitlichen" Funktionsträger mit der Stabilität unserer Währung umgehen? Da sind mir doch im Zweifel selbst nordafrikanische Kujambel, auf jeden Fall aber Schweizer Franken, Norwegische Kronen, Neuseeländische Dollar oder eben Bitcoins erheblich lieber... So ein Supercomputer macht das bestimmt erheblich besser, als Barroso, Juncker, Trichet und wie die Nasen sonst noch alle heißen.

  • Es sind die Regierungen, die unter Uebertretung und Nichtbeachtung vieler Verbote und Gebote, durch hemmungsloses Geldrucken, zweckfremde Zinssmanipulationen und willkuerliche Abwertungen mit unserem Geld Monopoli spielen. Ich wuensche diesen Hackern viel Erfolg. Ich hoffe, dass diese Alternativwaehrung zum Rollenmodell fuer eine allgemeine Weltwaehrung wird, die dem hinterhaeltigen Manipulationsgebahren von Regierungen entzogen bleibt.

    Liberale Politiker sollten sich fuer die Alternativwaehrung stark machen und ihr helfen aus dem Schatten zu treten.

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