Schmidt will mit elektronischem Rezept Milliarden einsparen
Reisepass und Gesundheitskarte mit Bits und Bytes

Digitale Reisepässe und elektronische Gesundheitskarten können in Deutschland nach Ansicht der Industrie in den kommenden beiden Jahren eingeführt werden. Die Einführung des elektronischen Rezepts soll nach dem Willen der Bundesregierung ab 2006 im Gesundheitswesen jährlich bis zu eine Milliarde Euro einsparen.

HB HANNOVER. Die Bundesdruckerei rechnet bereits von 2005 an mit der schrittweisen Ausstellung digitaler Reisepässe. Auf einem Chip werden das Gesicht und zwei Fingerabdrücke als biometrische Merkmale abgespeichert sein, berichtete das Unternehmen auf der Computermesse CeBIT in Hannover. Der Münchener Chipkartenkonzern Giesecke & Devrient hält die Ausgabe der geplanten Krankenkassen-Chipkarte im Jahr 2006 für möglich. Rund 70 Mill. Versicherte müssen mit einer solchen Karte ausgestattet werden.

Beim digitalen Reisepass soll eine Verschlüsselung gewährleisten, dass nur Berechtigte die Information auf dem Chip auslesen können. Außerdem erschwerten die biometrischen Daten die Fälschung. Die Kosten für einen solchen Pass würden sich voraussichtlich nicht wesentlich von den bisherigen unterscheiden, hieß es. Derzeit müssten für ein Reisedokument mit 48 Seiten rund 48 ? bezahlt werden. Die Gültigkeit solle wie heute bei zehn Jahren liegen. Ulrich Hamann, Geschäftsführer der im Jahr 2000 privatisierten Bundesdruckerei GmbH, geht davon aus, dass die EU sich in den kommenden Monaten auf künftige Sicherheitsmerkmale in Pässen einigt. Dann könnten digitale Reisepässe eingeführt werden.

Bundesinnenminister Otto Schily hatte am Donnerstag bereits angekündigt, dass auch die nächste Generation des Personalausweises digital werden soll. Die Integration eines Chips solle das Dokument sicherer machen und zugleich neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnen. Mit den Informationen auf dem Chip könnten zum Beispiel Online- Dienstleistungen des Bundes genutzt oder Geschäfte im Internet abgeschlossen werden.

Giesecke & Devrient bezifferte die Kosten für die elektronische Gesundheitskarte auf 1 bis 1,7 Mrd. ?. Konzernchef Willi Berchtold sagte, das Projekt habe eine größere Dimension als die Lkw- Maut. Die neue Gesundheitskarte soll mit einem Foto versehen sein, Verwaltungsdaten und - auf freiwilliger Basis - medizinische Informationen des Patienten enthalten. Die Karte soll die elektronische Abwicklung von Rezepten ermöglichen und damit pro Jahr Kosten in Millionenhöhe einsparen.

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