Scholar als regelrechtes Trüffelschwein
Google startet Suchdienst für Fachtexte

Mit einem Recherchedienst für Fachartikel will der Internetdienstleister Google den Wissensdurst von Forschern und Studenten stillen.

HB HAMBURG. Der seit einer Woche frei geschaltete Dienst „Google Scholar“ bringt deutschen Forschern nach Einschätzung des Leipziger Medienforschers Marcel Machill bislang jedoch keinen großen Nutzen. Da der Dienst noch in der Testphase ist, beschränkt sich die Auswertung größtenteils auf englischsprachige Quellen. Eine deutsche Ausgabe ist nach Unternehmensangaben geplant.

Wer unter www.scholar.google.com den Namen „Martin Luther“ eintippt, wird verblüfft sein. Nicht etwa der Wittenberger Reformator verbirgt sich hinter den ersten Treffern, sondern eine wissenschaftliche Abhandlung über Umwelteinflüsse auf die Tierwelt. Bei der verfeinerten Suche nach „Martin Luther bible“ leitet Scholar den Nutzer zu einem Aufsatz über amerikanische Evangelisten und Rockmusik und die Zukunft Luthers im asiatischen Kontext.

„Der verwendete Such-Algorithmus scheint noch nicht ganz ausgereift“, kritisiert der Suchmaschinenexperte Machill. So liefere die Suche nach dem Wort ,Journalismus‘ 1220 Ergebnisse, von denen sich die ersten 160 Treffer nicht anzeigen ließen, weil die Suchmaschine die Texte nur als Zitate in anderen wissenschaftlichen Werken gefunden hatte. Die Nutzer bekämen nicht mehr als eine Literaturübersicht.

Bei englischsprachigen Anfragen entpuppt sich Scholar als regelrechtes Trüffelschwein. Die Suche nach „Demokratie“ liefert 20 800 Treffer, nach „democracy“ gut zehn Mal so viele. Die Ursache dafür ist technischer Natur. Der neue Dienst schnüffele wesentlich tiefer im Web und auf Internetseiten als herkömmliche Suchmaschinen, sagt ein Sprecher von Google Deutschland. Wann die deutsche Fassung der Akademiker-Recherche online gehen wird, stehe noch nicht fest.

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