Schutzverfahren und Klagen statt neuer Geschäftsmodelle
Kampf gegen illegale Musik aus dem Internet

Die Musik- und Filmindustrie hofft, mit einer Klagewelle die illegalen Downloads stoppen zu können. Kopierschutzverfahren verärgern jedoch viele und drücken die Umsätze. Der Softwareriese Microsoft glaubt nun mit einem Mietmodell den Kampf gewinnen zu können.

hiz DÜSSELDORF. Eines hat die Musikindustrie geschafft: Sie bekommt viel Public Relation. Mit ihren spektakulären Klagen haben die Funktionäre viele Nutzer von Tauschbörsen verunsichert, sie haben Angst, von den Spionageprogrammen aufgespürt zu werden. Die populärste Tauschbörse Kazaa meldete bereits einen erheblichen Rückgang der Nachfrage. Erfolge melden allerdings andere Plattformen wie iMesh, BitTorrent und eMule. Das ergab eine Telefonumfrage des Pew Internet & American Life Project. Gaben vor der Klagewelle noch 29 Prozent an, illegale Musik über KaZaA auf ihre Festplatten geladen zu haben, waren es im Februar nur noch 18 Prozent. Das ist zwar ein erheblicher Rückgang – entspricht aber immer noch rund 23 Millionen Usern.

Ein Teil dieser User scheint sich nun offenbar den anderen Tauschbörsen zuzuwenden. So machten die Marktbeobachter einen signifikanten Anstieg vor allem bei kleineren Netzwerken aus. Schlecht hingegen sieht es bei den kommerziellen Diensten aus. Selbst die Erfolge von Apples Download-Plattform iTunes relativieren sich im Gesamtkontext. Mit 2,3 Millionen Usern hat die Company von Steve Jobs zwar die Marktführerschaft übernommen. Vom Volumen erreicht dies allerdings nur rund 10 Prozent des illegalen Marktes.

Die Musikindustrie steht vor einem Dilemma, denn auch die Einnahmequelle durch den Verkauf klassischer CDs soll nicht versiegen. Da fast jeder Computer über einen CD-Brenner verfügt, ist die Verlockung groß, die teuren Scheiben einfach zu kopieren. Deshalb setzt die Musikindustrie immer mehr Kopierschutzverfahren ein. Unangenehmer Nebeneffekt: Einige CD-Spieler spielen die Silberscheiben nicht mehr oder nur mit Störungen ab. Dass die auferlegten Fesseln verstärkt kaufwillige Musikfans verärgern, wird zu einem Problem. Die Gefahr ist groß, die bis dato legale Käufer in die Reihen der illegalen Downloader wechseln.

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