Schwierige Verteidigung
Computerviren mit Qualitätssicherung

Um sich gegen die Angriffe komplexer Trojaner zu schützen, reichen herkömmliche Virenschutz-Programme kaum noch aus. Nun hoffen die Hersteller von Virenschutz-Software auf die Verhaltensanalyse. Ob die Software tatsächlich den perfekten Schutz liefert, ist allerdings umstritten.

BERLIN. Die Programmierer von Viren und Trojanern werden immer professioneller – und die Gegenseite ächzt. Hersteller von Virenschutz-Programmen kämpfen nur noch selten gegen sogenannte „Script-Kiddies“, die eher simple Schadprogramme schreiben. „Heute werden diese von Internet-Kriminellen erstellt oder in Auftrag gegeben“, sagt Matthias Gärtner vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die Viren und Trojaner würden dabei gar „einer Art Qualitätssicherung unterzogen“ – um zu prüfen, ob sie gängige Schutzprogramme überwinden können. Damit gelangen herkömmliche Abwehrstrategien an ihre Grenzen.

Bislang spüren Antiviren-Programme die Schädlinge anhand typischer Merkmale auf. Wenn die Schutz-Software eine dieser sogenannten Signaturen erkennt, wird die entsprechende Datei entschärft. Wenn ein neuer Virus oder Trojaner auftaucht, müssen die Hersteller ihre Software mit den jeweiligen Signaturen aktualisieren. Doch diese Methode reicht oft nicht aus.

Vor allem gegen Angriffe von maßgeschneiderten Trojanern auf einzelne Firmen ist die rein signaturbasierte Erkennung machtlos. Wenn es sich nur um vereinzelt verschickte Varianten der Trojaner handelt, können die Hersteller kaum Kenntnis von ihnen erlangen.

Der Handlungsbedarf ist enorm – das unterstreicht eine aktuelle Untersuchung des weltweit führenden Herstellers von Antivirenprogrammen Symantec. 19 Prozent der befragten IT-Experten aus kleinen und mittelgroßen Unternehmen geben an, dass sie bereits Opfer von Angriffen aus dem Internet geworden sind. Und von diesen 19 Prozent erklären wiederum 74 Prozent, die Attacken hätten in ihrem Betrieb Systemausfälle zur Folge gehabt.

Für Hoffnung bei den Anbietern von Antiviren-Programmen sorgt nun die verhaltensbasierte Analyse. Mit dieser Methode lassen sich auch diejenigen Schadprogramme enttarnen, die bisherige Schutzmauern mühelos überwinden, urteilt das BSI. „Alle namhaften Antivirenhersteller arbeiten in diese Richtung“, sagt Gärtner. „Dabei sind allerdings die Bezeichnungen für die Programme oder das Vorgehen unterschiedlich.“

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