SCO verklagt Daimler-Chrysler
Linux-Streit geht in neue Runde

Der UNIX-Rechteinhaber, die SCO-Group, verklagt jetzt mit Daimler-Chrysler erstmals einen prominenten Anwender wegen Verletzungen der Unix-Rechte.

hiz DÜSSELDORF. Nach IBM hat sich das amerikanische Softwarehaus SCO nun Daimler-Chrysler als neuen Gegner auserkoren und Klage eingereicht. Seit einiger macht die SCO-Group weniger wegen neuer Produkte Schlagzeilen, sie zieht die Aufmerksamkeit der Fachwelt eher durch spektakuläre Klagen auf sich. Der Grund der Aufregung ist recht komplex: SCO beschuldigt die Linux-Gemeinde, dass zahlreiche Teile des freien Betriebssystems illegalerweise aus Unix entnommen worden sind. Unix wurde in der 60-er Jahren in den Bell-Labs, einer damaligen AT&T Tochter, entwickelt. Nach einer regelrechten Odyssee sind diese Rechte bei SCO gelandet. Der Vorbesitzer von Unix war pikanterweise das Softwarehaus Novell, welches vor kurzem ihr Linux-Engagement verstärkt hat. Novell hat dazu die Linux-Firma Suse übernommen.

SCO glaubt im offen zugänglichen Quellcode von Linux große Teile des eigenen Unix wieder zu finden. Deshalb werden die großen Linux-Anbieter aufgefordert, eine Lizenzgebühr an SCO zu entrichten. In Falle des Zuwiderhandels droht das Unternehmen mit Klage. Ein großes Softwarehaus hat einen solchen Lizenzvertrag unterschrieben: Microsoft. Sicherlich ein Segen für die Kriegskasse von SCO. SCO hat daruf den weltgrößten Computerkonzern IBM wegen Verletzung der Rechte verklagt.

Jetzt hat sich das Softwarehaus das nächste Opfer ausgesucht. SCO hat eine Klage gegen den Autokonzern Daimler-Chrysler wegen Vertragsverletzung im Zusammenhang mit Unix-Lizenzen angekündigt. Die Klage soll noch im Laufe des Tages bei Gericht in Oakland County im US-Bundesstaat Michigan eingereicht werden, wie SCO mitteilt. Die Höhe des Schadenersatzes ist dabei noch nicht beziffert. Das soll vor Gericht festgelegt werden. Damit macht die Firma ihre Drohung wahr, weitere Linux-Nutzer vor Gericht zu zerren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%