Sechs kritische Schwachstellen
Neue Lecks in Microsoft-Programmen

Microsoft hat am Dienstag vor zehn neuen Sicherheitslücken in seinen Programmen gewarnt. Im Rahmen des monatlichen Patchdays wurden entsprechende Sicherheitsupdates veröffentlicht. Einige Updates funktionieren mittlerweile aber nur bei legalen Windows-Versionen. Mit dem kommenden Betriebsystem Vista will der Softwareriese zudem verschärft gegen Software-Piraterie vorgehen.

HB DÜSSELDORF. Von den im Oktober gemeldeten neuen Schwachstellen in Windows und den Office-Programmen von Microsoft werden sechs als kritisch eingestuft. Teilweise erlauben sie, dass schädliche Programmcodes von Hackern auf einem Rechner ferngesteuert ausgeführt werden. Eine hohe Gefahr stellt laut Microsoft zudem eine Windows-Leck dar, das Denial-of-Service-Attacken ermöglicht.

Für alle zehn Schwachstellen hat der weltgrößte Softwarekonzern Patches bereitgestellt, welche die Fehler beheben. Über die Internet-Seite update.microsoft.com/microsoftupdate können sie heruntergeladen werden. Um Windows-Software vom Microsoft Download-Center oder über den Windows-Update-Dienst herunterzuladen, ist teilweise jedoch eine Gültigkeitsprüfung der Softwareversion erforderlich. Besitzer von Raubkopieren sollen so leer ausgehen. Sicherheitsupdates stehen aber weiter allen Benutzern über die automatischen Updates zur Verfügung.

Verschärftes Vorgehen gegen Software-Piraterie

Mit noch schärferen Sanktionen will Microsoft gegen Raubkopien seines Betriebssystems Windows vorgehen. Der für Anfang 2007 angekündigte XP-Nachfolger Vista enthält nach Angaben von Microsoft-Manager Thomas Lindeman interne Mechanismen, die auch ohne Verbindung zu einem Microsoft-Server überprüfen können, ob die Lizenz für die Software rechtmäßig erworben wurde.

Ist dies nicht der Fall und wird innerhalb von 30 Tagen keine Lizenz gekauft, sollen die Funktionen von Windows drastisch eingeschränkt werden. So werde etwa der Zugang zum Browser sowie zu den Daten auf der Festplatte nach einer Stunde abgeschaltet, erklärte Lindeman. Abgestellt bleibt in diesem Fall auch die Aero-Technik für neue grafische Effekte. Bei Windows XP war bislang nur der Download von Zusatzsoftware wie dem Anti-Spyware-Programm verwehrt worden, wenn ein Microsoft-Server eine Raubkopie des Betriebssystems entdeckte.

Der Software-Experte Roger Kay von der Firma Endpoint Technologies Associates erklärte, dass Microsoft im Fall einer illegalen Nutzung das Recht habe, die Software einschränken. Er erwarte nun, dass die verschärfte Gangart einige Leute davon abhalten werde, das Update auf Windows Vista mitzumachen.

Vista macht Sicherheitssoftware Konkurrenz

Microsoft will für Windows Vista zudem einen eigenen Virenscanner anbieten und tritt damit in direkte Konkurrenz zum Norton Antivirus von Symantec und den entsprechenden Angeboten anderer Anbieter von Sicherheitssoftware. Symantec will der Herausforderung mit dem Argument einer größeren Kompetenz in der Virenabwehr begegnen. „Wir können sicherlich bessere Produkte herstellen“, sagte Vorstandschef John Thompson während der Technologie-Konferenz ETRE (European Technology Roundtable Exhibition) in Barcelona. Aber um als „mauskleine Symantec“ gegen Microsoft bestehen zu können, sei ein Wettbewerb mit gleichen Chancen erforderlich.

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