Seit zwei Jahren wird daran gearbeitet
Internet-Plattform der Musikindustrie droht zu scheitern

Die Gründung einer gemeinsamen Internet-Plattform der deutschen Musikindustrie droht nach Angaben aus Branchenkreisen zu scheitern, weil sich die Beteiligten nicht auf einen technischen Dienstleister einigen können.

Reuters MÜNCHEN. Auf einer Vorstandssitzung des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft am Mittwoch seien keine wesentlichen Fortschritte in dieser Frage erzielt worden, hieß es im Anschluss aus Branchenkreisen. Universal Music bestehe weiter auf der Deutschen Telekom als Dienstleister, der allen anderen zu teuer sei, hieß es. „Es gibt wenig Kompromiss-Spielraum. Es sieht eher danach aus, dass es nicht klappen wird“, hieß es in den Kreisen. Die Beteiligten seien weiter an einer Lösung interessiert. Bis zur Musikmesse Popkomm Mitte August werde das Thema in die eine oder andere Richtung entschieden sein. Ein Sprecher des Phonoverbands wollte die Angaben nicht kommentieren. „Wir arbeiten weiter an dem Projekt“, sagte er.

Seit fast zwei Jahren arbeiten die deutschen Musikkonzerne und unabhängigen Labels an der Gründung einer Internetplattform, der den illegalen Musiktauschbörsen ein legales Angebot zum Herunterladen von Musiktiteln für 99 Cent entgegen stellen soll.

Die Plattform unter dem Arbeitstitel Phonoline, die das Angebot aller deutschen Musikkonzerne umfasst, soll dabei nicht auf einer eigenen Internetseite präsentiert, sondern in Auftritte von zum Beispiel RTL, Karstadt oder Viva integriert werden.

Die bisherigen Versuche einzelner Musikkonzerne für ein legales Internet-Downloadangebot haben vor allem wegen des begrenzten Repertoires von meist nur einem Label wenig Erfolg gehabt. Der US-Computerkonzern Apple hatte im April einen Dienst mit mehr als 200 000 Titeln der fünf großen Musikkonzerne gestartet. In den ersten acht Wochen wurden mehr als fünf Millionen Titel für je 99 Cent heruntergeladen.

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