Semantic Web
Der PC übernimmt die Reiseplanung

Das Semantic Web macht Software intelligenter und eröffnet so ganz neue Anwendungen.

HB DÜSSELDORF. Menschen erkennen auf den ersten Blick, was der 25. Januar, der 25. 1. 2006 und Mittwoch, der 25. 1., gemeinsam haben: Es handelt sich um ein Datum. Für Computer ist es schon schwieriger, diese Aufgabe zu lösen. Das Semantic Web soll Software künftig intelligenter machen. Das Prinzip dabei: Zur besseren Einordnung durch ein Computerprogramm werden wichtige Informationen mit zusätzlichen Begriffen beschrieben. Der Nutzen liegt für Experten auf der Hand: „Browser könnten dann beispielsweise selbstständig Daten für die Flugbuchung aus dem Kalender eines Benutzers ziehen“, sagt Klaus Birkenbihl vom World Wide Web Consortium, das sich mit der Standardisierung neuer Internettechniken beschäftigt.

Auch für Steffen Staab, Professor an der Universität Koblenz-Landau, ist die Vorbereitung von Reisen eine Anwendung, bei der das Semantic Web zügig Nutzen bringen würde. „Derzeit muss man aus unterschiedlichen Quellen Informationen zu Flügen, Zügen und Bussen zusammensuchen und mit dem persönlichen Kalender abgleichen.“ Das Semantic Web könnte diesen Vorgang erleichtern – auch für die Reisebuchungen von Unternehmen.

Für Staab sehen professionelle Reiseplanungssysteme der Zukunft so aus, dass Firmen ihre Prioriäten hinsichtlich Fluglinien, Hotelkategorien oder Mietwagen hinterlegen und ein Buchungsportal dann aus unterschiedlichen Services die passenden Angebote zusammensuchen kann. „Das wäre eine Ad-hoc-Integration von Prozessen, die nur über eine standardisierte Beschreibung der Dienste funktionieren kann“, so Staab. Bislang müsste die Beschreibung jeweils für jeden neu aufgenommen Dienst ergänzt werden, das macht die Integration neuer Angebote teuer.

Doch die Beschreibung von Daten in einem Semantic Web ist nicht nur für Auskunftssysteme interessant. Unternehmen verwenden semantische Beschreibungen heute schon im Wissensmanagement. Ein Beispiel: Der Augsburger Roboterhersteller Kuka optimiert damit die Wartung seiner Systeme. Geht bei Kuka eine Fehlermeldung ein, suchen die Kundendienstexperten in einer Wissensdatenbank nach ähnlichen Fehlern. Die Suche ist jedoch aufwendig, denn es gibt sehr viele unterschiedliche Roboter-Anwendungen, vom Betrieb einer Achterbahn über den Bau von Autos bis hin zum Zerlegen von Schweinen in Schlachthöfen.

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