Sicherheit im Netz
Die Schattenseiten des Internets

Mit jedem Tag wird die Abhängigkeit vom Internet größer. Damit steigen auch die Risiken. Denn Viren und schädliche Software aus dem weltweiten Netz gefährden die Sicherheit von Unternehmen – und die Cyberkriminalität wächst.

jkn/jojo/lou/mur/pos/thk DÜSSELDORF/MÜNCHEN. Viele Kreditkartenkunden in Deutschland haben in den vergangenen Tagen unerwartete Post bekommen. Ihre Karte, heißt es etwa in einem Anschreiben der Postbank, werde gesperrt. Eine neue Karte mit anderer Geheimzahl sei auf dem Weg. Damit solle ein möglicher Missbrauch der alten Karte verhindert werden.

Grund dafür ist der Heartland-Skandal in den USA, der vermutlich größte Datendiebstahl aller Zeiten. Kriminelle haben vergangenes Jahr hunderte Millionen Kundentransaktionen beim Kreditkarten-Dienstleister Heartland durch eine Spionagesoftware ausgeforscht und Daten gestohlen. Der Schaden ist noch nicht absehbar.

So wie Heartland geht es immer mehr Firmen. Die Experten des Sicherheits-Anbieters McAfee haben errechnet, dass alleine im vergangenen Jahr so viel Malware, so nennen Fachleute die infektiöse Software, unterwegs war wie in den ganzen fünf Jahren davor. „Die Kriminalität im Internet nimmt zu, alleine schon deshalb, weil unsere Abhängigkeit von dem Medium Internet tagtäglich wächst“, sagt Steffen Salvenmoser, bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers für Witschaftskriminalität zuständig.

Das musste auch das von Analysten gefeierte schwedische Jung-Unternehmen Spotify jüngst feststellen. Dort können ausgewählte Nutzer Musik hören, so viel sie wollen – aus einem großen Katalog, denn das schwedische Start-up hat Verträge mit den vier großen Musikfirmen abgeschlossen.

Am 5. März erlitt das polierte Image tiefe Kratzer. „Wir erhielten Kenntnis von einer Gruppe, die viel Zeit investiert hatte, in unsere Systeme einzudringen“, erzählt Mit-Gründer Andres Sehr. Diese Gruppe nennt sich Despotify und ärgert sich, dass der Dienst noch nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung steht und später über Abonnements oder Werbung finanziert werden soll. „Wir hatten den Fehler in unserem System, den diese Gruppe ausgenutzt hat, bereits am 19. Dezember entdeckt und geschlossen“, sagt Sehr.

Doch war es nicht aufgefallen, dass die Lücke zuvor schon ausgenutzt wurde: Despotify hatte möglicherweise verschlüsselte Passworte abgefangen, die decodiert werden können. Damit können die Hacker versuchen, mit der Kombination aus Nutzernamen und Passwort in andere Dienste einzudringen.

Seite 1:

Die Schattenseiten des Internets

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%