Sicherheitslücken im Netzwerk
Industrienetze locken Hacker an

Die aus dem Internet bekannte Übertragungstechnik mit Ethernet als Netzinfrastruktur löst die bislang üblichen Verfahren bei der industriellen Produktion ab.

DÜSSELDORF. Laut einer Studie der ARC Advisory Group wird die Zahl der für den Einsatz in der Automatisierungstechnik neu ausgelieferten Endgeräte mit Ethernet-Interface bis 2009 jährlich um rund 50 Prozent wachsen. Und die Marktforscher von IDC schätzen, dass die Umsätze mit Sicherheitslösungen für Produktionsanlagen in den nächsten fünf Jahren durchschnittlich um mehr als 15 Prozent pro Jahr steigen.

Aus der ARC-Studie geht auch hervor, dass die Anlagenbetreiber intensiv nach Lösungen suchen, ihre Industrienetze mit den Office-Netzen zu verbinden. Für die Anwender hat dies den Vorteil, dass Informationen leichter von einer Maschine zur anderen weiterfließen und der Datenfluss vom Bestell- bis zum Abrechnungswesen auch mit der Produktion zusammenwächst. „Man möchte durchgängige Verbindungen haben, um Maschinen miteinander kommunizieren zu lassen oder beispielsweise auch Sensoren zu verwenden, die über das Internet angesprochen werden können“, so Ralf Kaptur, Sicherheitsfachmann beim Netz- und Automatisierungsexperten Hirschmann.

Doch mit dieser Offenheit tauchen die gleichen Sicherheitsprobleme wie in Büronetzen auf: Viren können Schaden anrichten, unbedarfte oder böswillige Benutzer die Systeme lahm legen. Die Betriebssysteme sind nicht einheitlich und in der Regel älteren Datums, das erschwert das Einspielen von Sicherheitsprogrammen. Die Häufigkeit von internen und externen Hackerangriffen nimmt zu, allerdings meist ohne dass die Öffentlichkeit dies weiß: „Man erfährt davon selten, aber die Automobilbranche hatte unter solchen Attacken zu leiden“, sagt Andreas Beierer, Marketing-Manager beim Sicherheitstechnik-Spezialisten Innominate. Es drohen die Einschränkung der Funktionsfähigkeit von Produktionsanlagen, aber auch Datenspionage und die Manipulation von Anlagendaten. Während im Büroumfeld die Gefahr erkannt ist, sind im industriellen Umfeld erst fünf bis zehn Prozent der Netze gesichert. Ein Umdenken setzt nun ein: „Wir sehen auf breiter Front Nachfrage bei den Automobilkonzernen, so gut wie alle Unternehmen denken über Konzepte nach“, so Kaptur.

Einer der Gründe, warum der Einsatz bislang so spärlich erfolgt: Bei Büronetzen lässt sich die Gefahr durch zentrale Firewalls, die Vergabe von Zugriffsrechten sowie die Installation von zentralen und dezentralen Virenschutzsystemen in den Griff bekommen – in der Produktion sind die Bedingungen anders. „Die Sicherheits-Technik muss sehr viel robuster sein“, so Beierer. Die Geräte müssen Schmutz und Hitze aushalten. Und auch die Bauweise muss sich anpassen. Die Geräte sollten auf Hut-Schienen passen – Metallschienen, auf die Module in Schaltschränken oder im Laborbereich aufgesteckt werden.

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