Sicherheitsrisiko steigt weiter
100 000 Viren bedrohen PCs

Ein Trojaner besiegelt eine Rekord-Marke, die bedenklich stimmt: Die Virenspezialisten von McAfee melden damit den 100 000sten Virus.

hiz DÜSSELDORF. Der „Preisträger“ ist eine neue Sdbot-Variante, die vom McAfee Antivirus and Vulnerability Emergency Response Team (AVERT), den professionellen Virenjägern von McAfee, identifiziert wurde. Die Experten melden, dass zwar das Sicherheitsbewusstsein der Anwender steigt, Hacker und Autoren von bösartigen Codes aber gleichzeitig immer wieder neue Möglichkeiten zur Infizierung von Privatcomputern, globalen Unternehmensnetzwerken sowie mobilen Geräte auf der ganzen Welt finden.

Studien belegen, dass das dramatische Ansteigen des Gefahrenpotenzials im wesentlichen auf die große Anzahl so genannter Bots zurückzuführen ist. Dabei handelt es sich um eine Art Trojaner, der von einem Rechner, einem Netzwerk oder einer Person ferngesteuert wird. Zu dieser Familie zählt auch die frisch entdeckte Sdbot-Variante. Die Viren-Experten schließen aus ihren Datenbankeintragungen auf die Beliebtheit der Bots: 50 Prozent der Neuzugänge zählen zu dieser Sorte von Schädlingen. Eine weitere große Gefahr sehen die Virenabwehrspezialisten zudem in der 32-Bit-Wurm-Technologie, derer sich zum Beispiel Netsky, Bagle und Lovgate bedienen.

"Blickt man auf die Branche vor fünf Jahren zurück und vergleicht, wo wir heute in Bezug auf Menge, Komplexität und Verbreitungsgrad der Gefahren stehen, stellt man fest, dass im Gegensatz zu einem 'einfachen' alten Virus meistens irgendeine Art von Multitasking-Element genutzt wird", kommentiert Vincent Gullotto, Vice President von McAfee AVERT. "Die Kunden achten zwar mittlerweile schon wesentlich mehr auf ihre Sicherheit, aber trotzdem ist klar, dass angesichts der laufenden Zunahme von Computer-Attacken die Branche als Ganzes aktivere Maßnahmen ergreifen muss."

Insgesamt ist nach den Angaben der Spezialisten die Zahl von bösartigen Bedrohungen, Viren und Trojanern im vergangenen Jahr extrem gestiegen. Im Jahr 2003 verzeichnete AVERT die Neuaufnahme von 22 000 Bedrohungen in seine Datenbank. Seit dem 1. Januar 2004 wurden bereits 15 000 neue Gefahren entdeckt. Die Erwartungen gehen dahin, dass die Gesamtzahl neuer Bedrohungen im Jahr 2004 über der des Vorjahres liegen wird.

Laut einem vor kurzem unter dem Titel "Worldwide Antivirus 2004-2008 Forecast and 2003 Competitive Vendor Shares" erschienenen Bericht der IDC wird die Virenerkennung immer anspruchsvoller, leider aber auch die Techniken der Virenautoren. IDC weist darauf hin, dass die traditionelle Virenerkennung auf Signatur-Basis zwar auch weiterhin die Grundlage für die Erkennung neuer Gefahren bilden wird, dass aber zunehmend aktive Virenerkennungs-Techniken in Unternehmen eingeführt werden, um die komplexeren, sich schnell verbreitenden Gefahren der Zukunft zu bekämpfen. IDC verweist ebenfalls darauf, dass die Integration von aktiven Virenerkennungs-Technologien in traditionelle signatur-basierte Antiviren-Technologien ein wesentlich höheres Maß an Präzision bei der Erkennung von bekannten und unbekannten Gefahren ermöglichen wird.

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