Siegeszug digitaler Technik
IFA in Berlin eröffnet

Bei Unterhaltungselektronik ist von Konsumflaute derzeit wenig zu spüren. Ab dem heutigen Freitag lockt die Internationale Funkausstellung wieder hunderttausende Besucher nach Berlin.

HB BERLIN. In diesem Jahr stehen vor allem digitale Flachbild-Fernseher, Festplattenrecorder, der hochauflösende Fernsehstandard HDTV und auch der Fortschritt bei der Vernetzung der gesamten Heimunterhaltung im Mittelpunkt. Die Branche fährt dank der neuen Trends der Gesamt-Konjunktur davon und erwartet nach einem weiteren Schub durch die IFA erstmals einen Jahresumsatz von mehr als 20 Mrd. ?.

Die unangefochtenen Stars der 45. Funkausstellung sind die flachen Fernseher mit großen LCD- oder Plasma-Bildschirmen. Mit Bildschirm-Diagonalen von bis zu 2,5 Metern sind sie in allen Ausführungen vom Luxus-Gerät in individuellem Design bis hin zum Billiganbieter-Modell für weniger als 1000 ?. Die neuen Geräte wecken die Kauflust. Laut einer vom "stern" vorgestellten Studie wollen sich in den kommenden zwölf Monaten sechs Mill. Verbraucher in Deutschland einen neuen Fernseher leisten, rund die Hälfte von ihnen ein Flachbild-Gerät.

Im Fokus stehen auch Medien-Server - Unterhaltungs-PCs für das Wohnzimmer, die gar nicht mehr wie Computer aussehen und von deren Festplatten Filme oder Musik über Fernseher oder HiFi-Anlage abgespielt werden können. Viele neue Geräte können unter einander auch drahtlos über WLAN-Funknetze ohne die lästige Verkabelung verbunden werden.

Bei den boomenden Festplatten-Recordern, die die Aufzeichnung auf Videokassette nur wegen des recht hohen Preises noch nicht gänzlich verdrängt haben, treten nun auch verstärkt Billiganbieter an und könnten die noch dominierenden Markenhersteller unter Druck setzen. Zwei konkurrierende Industriegruppen stellen mit Blu-ray und HD-DVD ihre Formate für die DVD-Nachfolge vor, eine Markteinführung in Deutschland wird jedoch nicht vor Ende 2006 erwartet.

Zu sehen sind auch Geräte für mobiles Fernsehen, unter anderem auf dem Handy. Sie sollen einen Schub unter anderem durch die Fußball-WM 2006 in Deutschland bekommen. Die Industrie lotet auch die neuen Möglichkeiten für interaktives Fernsehen aus.

Reine HiFi-Geräte wie Player oder Verstärker erleben zur IFA eine Renaissance, vor allem im oberen Preissegment. Zu sehen ist auch wieder die von einer Audio-Zeitschrift zusammengestellte teuerste Anlage der Welt.

Mit dem Kurzwellen-Nachfolger DRM (Digital Radio Mondiale) soll eine der letzten analogen Bastionen fallen. Der neue Standard ermöglicht den weltweiten Empfang in digitaler Qualität ohne das übliche Rauschen.

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