Siemens und Samsung helfen
Microsoft hat es auf die Bürotelefone abgesehen

Telefone und Computer stehen heutzutage in der Regel noch losgelöst von einander auf dem Schreibtisch. Nach den Plänen von Microsoft soll sich das alsbald ändern. Der Software-Konzern hat sich für seinen ehrgeizigen Plan, die Kommunikationsmittel im Büro zu fusionieren, bekannte Partner mit ins Boot geholt.

HB MÜNCHEN. Als Bill Gates Anfang der 80er Jahre Microsoft gründete, war es sein erklärtes Ziel, dass möglichst jeder Computer auf einem Schreibtisch mit seiner Software laufen sollte. Dies ist ihm weitgehend gelungen. Nun will Microsoft die Geräte neben dem Computer erobern: die Bürotelefone. Dazu hat Microsofts Chef der Business Division, Jeff Raikes, am Montag auf einer Veranstaltung in San Francisco strategische Pläne und Partner für ein „Unified-Communication“ genanntes Projekt vorgestellt.

In dessen Rahmen sollen ab Mitte 2007 Hardware und Software für Unternehmen auf den Markt gebracht werden, die es den Nutzern von Microsoft Office erlaubt, die heute üblichen Kommunikationssysteme in Kombination mit der gewohnten Bürosoftware zu nutzen. Dazu gehören Handys und Festnetztelefon, Instant Messaging, Web-Konferenzen sowie Internet-Telefone. Partner des Projekts sind unter anderem Siemens, Samsung, Motorola. Logitech und Hewlett-Packard.

Mit Siemens will Microsoft die Kommunikationsplattform Siemens Hipath 8000 mit Exchange Server – das ist die Hintergrundmaschine des E-Mail-Systems Outlook – und dem Office Live Communications Server zusammenzubringen. Als Beispiel für ein mögliches Produkt haben die Partner in Kalifornien einen Audio- und Video-Konferenztisch namens Roundtable vorgestellt, der mit einer 360-Grad-Kamera ausgerüstet ist.

Bürotelefone arbeiteten bisher technisch mit so genannten Nebenstellenvermittlungsanlagen zusammen. Das hat sich mit der zunehmenden Digitalisierung und dem Siegeszug der Netzwerktechnologie geändert. Heute sind an die Stelle der fest verdrahteten Vermittlungsanlagen entsprechende Computer getreten. Hinzu kommt die wachsende Nutzung von Datenleitungen für die Sprachkommunikation, im Fachjargon Voice over IP oder kurz VoIP genannt, zu deutsch Sprache über das Internet Protokoll.

Das Thema der Vernetzung von Computern und Telefonen ist nicht neu. Darüber wird in der Branche schon seit Jahren – praktisch seit dem Auftauchen des Personalcomputers – nachgedacht. Doch nun scheint die Zeit technisch und strategisch reif für eine ernsthafte Auseinandersetzung der führenden Wettbewerber, ist von Marktbeobachter in den USA zu hören.

Microsoft mit seinen Partner tritt gegen Netztechnik-Konzerne wie Cisco, Avaya, Nortel oder Lucent-Alcatel an. Mit Huawei und ZTE drängen zunehmend auch Chinesen auf den Markt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%