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Siemens will sich für Erhalt von Telefon-Werken einsetzen

Der Elektrokonzern Siemens und die IG Metall haben Gespräche über die Zukunft der Telefon-Werke in Nordrhein-Westfalen nach der Übernahme der Handysparte durch Benq aufgenommen.

dpa MüNCHEN/BOCHOLT. Der Elektrokonzern Siemens und die IG Metall haben Gespräche über die Zukunft der Telefon-Werke in Nordrhein-Westfalen nach der Übernahme der Handysparte durch Benq aufgenommen.

Nach Angaben der Gewerkschaft will sich Siemens auch für die Zeit nach der Trennung von der Sparte für einen Erhalt der Werke in Kamp-Lintfort und Bocholt sowie für die Weiterführung der vereinbarten Tarifstandards und die Sicherung der Arbeitsplätze einsetzen. Dies habe Siemens zugesagt, teilte die IG Metall am Mittwoch mit. „Wir haben den Eindruck, dass Siemens sich nicht aus der Verantwortung für die 4 000 Beschäftigten verabschiedet“, erklärte der Leiter der IG-Metall-Tarifabteilung, Oliver Burkhard. Der Elektrokonzern reagierte zunächst zurückhaltend auf die Angaben.

In Kamp-Lintfort stellt Siemens Handys her, in Bocholt werden schnurlose Festnetz-Telefone gefertigt. Die Übernahme der Handy-Sparte durch den taiwanesischen Elektronikhersteller Benq hatte in den vergangenen Wochen für große Verunsicherung bei den Beschäftigten gesorgt. Siemens hatte sich im vergangenen Jahr für die beiden Werke mit IG Metall und Betriebsrat auf einen noch bis 2006 geltenden Ergänzungstarifvertrag geeinigt, mit dem eine Verlagerung von rund 2000 Jobs nach Ungarn abgewendet werden sollte.

Im Gegenzug hatte Siemens unter anderem die Ausdehnung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich durchgesetzt. „Die Weiterführung des Ergänzungstarifvertrages hängt unmittelbar von der Fortführung der Standortsicherung und Beschäftigungsgarantie ab“, erklärte Burkhard.

Bei Siemens erklärte ein Unternehmenssprecher, man wolle den weiteren Gesprächen nicht vorgreifen. „Fakt ist: Wir haben heute über das Thema gesprochen.“ Nun müsse der nächste Gesprächstermin abgewartet werden, der für 7. Juli vorgesehen ist. Mit Benq will die Gewerkschaft am 28. Juli sprechen. Erst vor wenigen Tagen hatte der Betriebsrat von Kamp-Lintfort nach einem Besuch von Benq-Chef Lee Kun-Yao Hoffnung geschöpft. Lee habe klar gesagt, dass Benq die Fabrik nicht herunterfahren oder gar schließen wolle, erklärte Betriebsratschef Michael Leucker danach einem Medienbericht zufolge.

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