Silicon Valley Europas
Ideenschmiede im Partyviertel

Die britische Regierung will einen Stadtteil im Osten Londons in ein zweites Silicon Valley verwandeln. Etwa 200 Start-Up-Unternehmen haben sich dort bereits angesiedelt.
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LondonDas Gebäude hat etwas von einem leicht heruntergekommenen Jugendzentrum. Der Aschenbecher am Eingang quillt über. Im Treppenhaus hängt der Geruch von Pizza in der Luft. Durch verschlossene Türen dringt Musik. An den Wänden hängen Reste von Postern, und Graffiti zieren die Toilettentüren, die schief in ihrer Verankerung hängen.

Es gibt noblere Geschäftsadressen als dieser Backsteinbau im Osten von London. Doch hier hat Songkick seinen Sitz – einer der Aufsteiger in der britischen Internetszene. Songkick hat eines der beliebtesten Angebote entwickelt, das die 800 Millionen Facebook-Nutzer nutzen: eine Onlineplattform für Konzerte und den Kauf von Tickets.

Unter britischen Internetexperten gilt Songkick als einer der kommenden Stars der Internetökonomie.

Als „Silicon Roundabout“ firmiert der östliche Teil der britischen Hauptstadt, in dem sich etwa 200 Start-ups angesiedelt haben – rund um einen Kreisel, um den der Verkehr auf drei Spuren braust. Drumherum gesichtslose Wohnblocks und Bürohäuser. Der Charme der Gegend offenbart sich erst in den Seitenstraßen mit seinen vielen Pubs und Bars. Darüber sind häufig Büros mit für Londoner Verhältnisse günstigen Mieten.

„Es mangelt hier nicht mehr an Ideen, auch nicht an Geldgebern“, sagt Reshma Sohoni von Seedcamp, einer Organisation, die Gründer und Investoren zusammenbringt. Die Chancen stünden besser denn je, dass das nächste Unternehmen, das einen Status wie Google erreicht, nicht aus den USA käme, sondern vielleicht aus London.

Um die Chancen zu erhöhen, will die britische Regierung den Internetsektor fördern. Das Partyviertel um den „Silicon Roundabout“ soll Herzstück eines europäischen Silicon Valley werden – einer Technologieschmiede, aus der die besten IT-Firmen kommen und die Erfolgsgeschichten hervorbringt wie Twitter und Facebook. Mit 200 Millionen Pfund will Premier David Cameron die High-Tech-Branche unterstützen und so London unabhängiger vom Finanzsektor machen.

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Ideenschmiede im Partyviertel

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Noch fehlt den Gründern das Selbstbewußtsein

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