Skriptsprache JavaFX
Microsoft und Adobe bekommen neue Konkurrenz

Nach Adobe und Microsoft steigt jetzt auch Sun Microsystems mit seiner Java-Technik in die Entwicklung einer neuen Generation von interaktiven Web-Anwendungen ein.

HB FRANKFURT. Auf der Konferenz „JavaOne“ stellte Java-Erfinder James Gosling Anfang Mai die Skriptsprache JavaFX (» www.sun.com/software/javafx) vor, die sogleich als „Flash-Killer“ tituliert wurde. Wie bei Flash und wie bei der Microsoft-Technik XAML geht es auch bei JavaFX um die Entwicklung von „Rich Internet Applications“ (RIA) - diese Anwendungen werden die Richtung vorgeben, in der sich das Web in den nächsten Jahren entwickelt.

„Warum denn noch eine Skriptsprache?“, fragte Java-Guru Gosling, der sich den Java-Entwicklern langhaarig, bärtig und im T-Shirt ganz bodenständig präsentierte. „Die Welt hat doch schon so viele Skriptsprachen!“ Aber keine sei bisher richtig geeignet zur Entwicklung von dynamischen Anwendungen mit der Integration von Videos und interaktiver Steuerung durch den Nutzer. Dies werde jetzt mit der neuen Skriptsprache möglich, erklärte Gosling und fügte hinzu: „JavaFX Script bringt Java zu den Kreativen.“

Bislang setzen Web-Designer bei der Gestaltung von aufwendigen Multimedia-Webseiten vor allem die von Macromedia entwickelte und inzwischen von Adobe betreute Flash-Technik ein. Dazu wird eine relativ teure Software benötigt, die gerade als Adobe Flash CS3 in einer neuen Version erschienen ist. Zur Steuerung von Schaltflächen und Formularen kommt in Flash die Skriptsprache ActionScript zum Einsatz. Noch raffiniertere Anwendungen werden mit Adobe Flex möglich, doch wird dafür eine teure Server-Software benötigt. Die mit Flash und Flex erstellten Web-Anwendungen bringt jeder Browser und jedes Betriebssystem auf den Bildschirm, da der Flash-Player frei verfügbar ist. Internet-Anwendungen ohne Browser, also direkt auf dem Desktop, sollen mit dem Adobe-Projekt Apollo möglich werden.

Die Unabhängigkeit von einem bestimmten Betriebssystem war schon immer auch ein Vorteil der Java-Technik. Die dafür erforderliche „Laufzeitumgebung“ (JRE) mit der virtuellen Java-Maschine (JVM) gibt es für alle Betriebssysteme. Sie ist erforderlich, um etwa die in Webseiten integrierten „Java-Applets“ ausführen zu können. Allerdings liegt die Blütezeit dieser Mini-Anwendungen schon zehn Jahre zurück. Für heutige Ansprüche sind sie zu langsam und bieten zu wenig Interaktivität. Mit JavaFX soll sich beides ändern. Für Handys und andere mobile Geräte, also dort, wo Java bislang am erfolgreichsten ist, wird es mit JavaFX mobile eine spezielle Version geben.

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