Social Network
Facebook räumt Nutzern mehr Rechte ein

Kopierte Lebensläufe, geheimniskrämerische Anwendungen, wenig Übersichtlichkeit: Der Datenschutz von Facebook stand in der Vergangenheit stark in der Kritik. Nun geht das Freundesnetzwerk einen Schritt auf seine Nutzer zu, räumt ihnen mehr Rechte an ihren Daten ein.
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PALO ALTO. Das Freundesnetzwerk Facebook geht einen Schritt auf seine Nutzer zu. Um anhaltende Kritik an mangelnder Sensibilität beim Datenschutz zu begegnen, stellte Gründer Mark Zuckerberg auf eine Veranstaltung im kalifornischen Palo Alto Neuerungen vor, die den Nutzern mehr Rechte an ihren Daten einräumen. Gleichzeitig wird jetzt offengelegt, welche Anwendungen sich im Hintergrund ungefragt Informationen des Facebook-Nutzers verschaffen.

Ihre eigenen Beiträge zu Facebook, hochgeladene Fotos, Kommentare oder Video dürfen die Nutzer in Zukunft aus dem Netz wieder herunterladen und als Kopie auf einem heimischen PC oder Notebook speichern. Viele Facebook-Anhänger hatten sich beschwert, dass sie im Laufe der Zeit einfach die Übersicht verlieren, was sie überhaupt jemals eingestellt hatten. Das lässt sich mit einer solchen zentralen Sicherungsdatei leichter bewerkstelligen, verspricht Facebook. Außerdem gab es nie eine automatische Kopie von Links oder persönlichen Beiträgen, um sie zu archivieren. Das wird nun möglich werden.

Um möglichem Missbrauch zuvorzukommen, verspricht Zuckerberg hohe Hürden für den Zugang zum Download-Bereich zu schaffen. Strenge Authentifizierungsverfahren sollen verhindern dass Dritte massenhaft Kopien von ganzen Facebook-Lebensläufen ziehen können. In der Vergangenheit war es bei mehreren großen Netzen immer wieder zu Datenpannen gekommen und Dritte konnten sich ganze Kontaktlisten oder persönliche Informationen in großem Stil downloaden.

Ein Ende soll die Geheimniskrämerei darüber haben, was installierte Anwendungen – zum Beispiel Online-Spiele wie Farmville – an Informationen über den Nutzer abfragen. Hier hatte es immer wieder Probleme gegeben, weil Programmierer von Software mehr Informationen einsammeln wollten, als sie tatsächlich brauchen, um ihr Programm zu betreiben. Eine spezielle Übersichtsseite belegt nun, welche Anwendungen wann welche Informationen ausgelesen haben, zum Beispiel die Freundesliste des Nutzers. Wenn dem Nutzer etwas suspekt vorkommt, können aus der Seite heraus Applikationen gelöscht oder Zugriffsrechte eingeschränkt werden.

Größere Änderungen gibt es auch den den „Gruppen“. Hier finden sich unter der Moderation eines Gruppen-Verwalters heute mehrere Nutzer zusammen, um ein gemeinsames Thema zu diskutieren, Informationen auszutauschen oder nur den neuesten Entwicklungen zu folgen. Der Administrator kann nach eigenem Ermessen Mitglieder aufnehmen oder ausschließen.

Zusätzlich wird es nun private Gruppen geben, die nur einem ausgewählten Kreis, zum Beispiel Familienmitgliedern, zugänglich gemacht werden können. Private Fotos eines Familienereignisses etwa können dann einfacher mit dieser Gruppe geteilt werden als bisher. Da musste für jedes Foto im Zweifel festgelegt werden, wer es sehen darf und wer nicht. Gleichzeitig erweitert Facebook die Chatfunktion um einen Gruppenchat. Damit rückt Facebook weiter in die Bereiche von Messengern wie Skype, Yahoo oder Microsoft Live Messenger vor.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Facebook und Co. sind eher eine Gefahr für unsere sozialen bindungen, als eine bereicherung: http://bit.ly/9lAAT8

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