Software
Mietsoftware überzeugt kaum

Noch greifen Firmen selten zu Programmen aus dem Internet, zumeist aus Angst vor fehlender Datensicherheit. Unter Privatnutzern ist "Software as a Service" hingegen schon seit Jahren weit verbreitet - auch wenn den Namen kaum jemand kennt. Ein Grund für die geringe Verbreitung ist der häufige Etikettenschwindel.

DÜSSELDORF. Beim Beleuchtungs- und Bühnentechnik-Spezialisten Lightpower kommt die Software aus der Leitung. Die Paderborner steuern mit der Lösung "Myfactory.Businessworld" sämtliche Vorgänge vom Einkauf über den Vertrieb, von der Marketingabteilung bis hin zur Warenwirtschaft. Die Mitarbeiter benutzen das Programm einfach über den Internet Explorer - so sind alle Abteilungen miteinander vernetzt. Zudem kostet die Software nur etwa ein Drittel dessen, was die Anbieter von konventionellen Lösungen verlangen, die Kunden auf ihren Rechnern installieren müssen.

Für Lightpower rechnet sich "Software as a Service" (SaaS). Noch ist das Unternehmen allerdings eine Ausnahme: Bisher trauen sich erst wenige Firmen, Programme aus dem Netz zu beziehen, zumeist aus Angst vor fehlender Datensicherheit. Unter Privatnutzern ist SaaS hingegen schon seit Jahren weit verbreitet - auch wenn den Namen kaum jemand kennt. Die Bestellseite des Online-Buchhändlers Amazon zum Beispiel enthält eine SaaS-Anwendung, die allen Besuchern zur Verfügung steht. Die Kunden müssen keine Software herunterladen und nichts auf ihrem Rechner installieren, wenn sie online ein Buch kaufen wollen. Alles, was sie brauchen, ist ein Webbrowser.

Einfach und günstig - und doch bei Unternehmen unbeliebt. An dieser Zurückhaltung wird sich wohl in naher Zukunft wenig ändern - auch wenn Analysten starkes Wachstum prophezeien. Schuld daran ist die Softwarebranche selbst. Zwar werben die Anbieter auf der Cebit kräftig für die Idee - doch in der Praxis verfolgen sie oft andere Ziele. Ihre Werbebroschüren preisen SaaS an, im Vertrieb versuchen die Mitarbeiter dann aber doch, die konventionelle Lösung zu verkaufen.

"Der Begriff SaaS dient häufig zur Marktöffnung", sagt Rüdiger Spies, Analyst des Marktforschungsunternehmens IDC. So bieten SAP und Microsoft zwar Mietlösungen an, verdienen ihr Geld aber vor allem mit herkömmlicher Software. Vermieten würde bedeuten, sich selbst das Wasser abzugraben.

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