Software-Piraterie
Umstrittener Kampf gegen Raubkopien

Im Auftrag der Software-Industrie kümmert sich die Business Software Alliance (BSA) weltweit um den Kampf gegen Raubkopierer. Kritiker werfen der BSA allerdings vor, sich zu stark auf kleine Unternehmen zu konzentrieren. Für die Software-Branche könnte dies langfristig zum Bumerang werden.

HB WASHINGTON. Michael Gaertner hatte Angst um seine Firma. Eine Organisation mit dem Namen Business Software Alliance (BSA) hatte ihm einen Brief geschrieben und seinem Architekturbüro in Galveston in Texas vorgeworfen, illegale Computerprogramme zu verwenden. Er sollte freiwillig 67 000 Dollar - was ungefähr seinem Jahresgewinn entsprach - an Schadenersatz zahlen. Bei einem Verfahren vor Gericht werde es deutlich teurer, hieß es.

Seit ihrer Gründung 1988 verschickt die BSA solche Schreiben. Als Interessenverband der Softwareindustrie vertritt sie Unternehmen wie Microsoft, Adobe Systems, Autodesk, Apple, McAfee, Hewlett-Packard, IBM oder Symantec, deren Programme besonders häufig illegal genutzt werden. Ins Visier der BSA, das belegt eine aktuelle Untersuchung, geraten dabei vor allem kleinere Firmen. Von den 13 Mill. Dollar, die die BSA im vergangenen Jahr in Nordamerika aus Verfahren um Raubkopien einnahm, stammten fast 90 Prozent von kleineren Firmen.

Die BSA begründet dies damit, dass Raubkopien besonders oft in Kleinunternehmen verwendet würden. Kritiker wenden dagegen ein, dass die Lizenzbestimmungen von Software oft so komplex seien, dass nur größere Unternehmen in der Lage seien, diese auch genau zu befolgen. Kleinunternehmen verfügten nicht über die organisatorischen und rechtlichen Mittel, um die Lizenzbestimmung und ihre Einhaltung zu überwachen.

In Gaertners Fall war es so, dass einige Mitarbeiter bestimmte Dateien nicht öffnen konnten und auf eigene Faust nach Lösungen gesucht hatten. Zudem gingen ihm in seinem Büro einige Belege für rechtmäßig erworbene Programme verloren. „Es fehlte uns einfach das Wissen und es war auch schlechte Buchhaltung auf unserer Seite“, räumt er ein. Gaertner einigte sich schließlich mit der BSA auf 40 000 Dollar.

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